US-Republikaner starten Vorwahlen – Rennen um Platz zwei 

Des Moines (Iowa)/Washington - Im US-Wahlkampf für die erste Abstimmung der Republikaner über ihren Präsidentschaftskandidaten hat im Bundesstaat Iowa bei arktischen Temperaturen und Eiswind der Endspurt begonnen. Umfragen sehen den früheren US-Präsidenten Donald Trump weit vorn. 

15. Januar 2024 | News International
Politik

Spannend wird vor allem die Frage, wie hoch Trumps Sieg bei den Wahlen am Montagabend (Ortszeit) ausfallen wird – und wer Zweiter wird. Ex-UNO-Botschafterin Nikki Haley könnte Floridas Gouverneur Ron DeSantis ĂĽberholen.

Ein Wintersturm hatte den Wahlkampf am Wochenende beeinträchtigt, mehrere Wahlkampfauftritte wurden abgesagt. Der Wetterdienst warnte auch fĂĽr Montag vor „lebensbedrohlicher“ Kälte von bis zu minus 28 Grad. Das könnte sich auf die Wahlbeteiligung auswirken. Beobachter gehen davon aus, dass eine niedrige Beteiligung vor allem Favorit Trump schaden wĂĽrde. „Zieht euch morgen warm an“, forderte Trump seine Anhänger bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntag in Indianola auf. „Trotzt dem Wetter und geht nach draussen, um Amerika zu retten.“

Einer Umfrage der Regionalzeitung „Des Moines Register“ und anderer Medien zufolge liegt Trump bei 48 Prozent – und damit weit vor seinen Konkurrenten, eine andere Umfrage sah Trump bei 55 Prozent. Auf dem zweiten Platz landet die als etwas moderater geltende Haley mit 20 Prozent. Das sind vier Prozentpunkte mehr als noch im Dezember. Auf den dritten Platz ist DeSantis mit 16 Prozent abgerutscht. Er galt einst als grösster Konkurrent Trumps im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Doch in den vergangenen Monaten verlor er an UnterstĂĽtzung und blieb bei TV-Duellen auffällig blass. Er hatte sich im Wahlkampf besonders auf Iowa konzentriert – sollte er dort nur auf dem dritten Platz landen, wäre das ein desaströser Start ins Wahljahr fĂĽr ihn.

Am Wochenende gab er sich kämpferisch und versuchte, die schlechten Umfragewerte herunterzuspielen. „Ich habe gelernt, dass es gut ist, ein AuĂźenseiter zu sein. (…) Ich habe es lieber, wenn die Leute die Erwartungen an uns herunterschrauben. Auf diese Weise kann ich besser arbeiten“, sagte er im US-Fernsehen. Angesprochen auf seinen Konkurrenten Trump entgegnete der 45-Jährige: „Beim ersten Mal hat er die wichtigsten Versprechen nicht gehalten.“

Haley forderte ihre Anhänger auf, dem Wetter zu trotzen und abzustimmen: „Iowa, du hast morgen einen Job zu erledigen. Bringt euren Ausweis mit, zieht euch im Lagenlook an, und los geht’s!“ Die 51-jährige ehemalige Gouverneurin des US-Bundesstaats South Carolina begann ihren Wahlkampf vergangenen Februar – und lag damals in Umfragen im niedrigen einstelligen Bereich. Sie kämpfte sich in den vergangenen Monaten nach vorn und punktete vor allem bei den TV-Duellen der Republikaner, denen Trump allerdings fernblieb. Haley scheut sich jedoch davor, sich öffentlich klar von Trump loszusagen, dessen Regierung sie als UNO-Botschafterin angehörte. Beobachter spekulieren daher, dass sie Trumps Kandidatin fĂĽr das Vizepräsidentenamt werden könnte.

(APA/dpa)

 

 

 

Ex-Präsident Trump ist klarer Favorit für die Nominierung.

Bild: CHRISTIAN MONTERROSA