US-Republikaner DeSantis gibt auf und unterst√ľtzt Trump¬†

Washington - Das Rennen um die republikanische Nominierung bei der US-Präsidentenwahl scheint gelaufen: Zwei Tage vor der Vorwahl in New Hampshire hat der schärfste Kontrahent von Ex-Präsident Donald Trump, Floridas Gouverneur Ron DeSantis, aufgegeben und sich hinter Ex-Präsident Donald Trump gestellt.

22. Januar 2024 | News International
Politik

DeSantis sagte am Sonntagnachmittag (Ortszeit) in einem auf X ver√∂ffentlichten Video: „Er hat meine Unterst√ľtzung“ und kritisierte Trumps verbliebene Gegenkandidatin Nikki Haley. Haley habe sich n√§mlich in den Dienst grosser Unternehmen gestellt. „Die Tage, in denen man die Amerikaner an die letzte Stelle gesetzt hat (…), sind vorbei“, betonte DeSantis. Er hatte bei der ersten Vorwahl am Montag in Iowa nur mit grossem Aufwand den zweiten Platz vor Haley behaupten k√∂nnen, w√§hrend Trump haushoch mit absoluter Stimmenmehrheit gewann.¬†

In New Hampshire drohte dem erzkonservativen Gouverneur ein Debakel, steuerte doch alles auf ein Duell zwischen Trump und Haley zu. Die fr√ľhere Gouverneurin von South Carolina rechnete sich Chancen aus, einen √úberraschungssieg gegen den Ex-Pr√§sidenten einzufahren.

„Junge, die Dinge √§ndern sich schnell“, kommentierte Haley den √ľberraschenden R√ľckzug von DeSantis bei einer Wahlkampfveranstaltung am Sonntag in New Hampshire. „Jetzt sind noch ein Herr und eine Dame √ľbrig.“ In dem Rennen habe es eine Menge Herren gegeben, sagte Haley – und an die W√§hlerinnen und W√§hler gerichtet: „Jetzt geht es darum, was Ihr wollt!“ Bereits am Wochenende hatte sie ihre verbalen Attacken auf Trump intensiviert und die geistige Verfassung des 77-J√§hrigen sowie dessen Eignung f√ľr eine weitere Amtszeit als Pr√§sident infrage gestellt.

„Ich kann unsere Unterst√ľtzer nicht um ihre Zeit und Spenden bitten, wenn es f√ľr uns keinen klaren Weg zum Sieg gibt“, sagte DeSantis. „Deshalb beende ich heute meine Kampagne.“ Bei der n√§chsten Vorwahl in New Hampshire galt DeSantis als chancenlos. Denn in dem Bundesstaat im Nordosten der USA sind die W√§hler deutlich weniger konservativ eingestellt als in Iowa, wo DeSantis mit seiner ultrakonservativen, teilweise noch rechts von Trump gelagerten Agenda punkten konnte.

Der 45-J√§hrige DeSantis hatte sich w√§hrend seiner Kandidatur strategisch als stramm rechter Macher positioniert. Nach einer erfolgreichen Wiederwahl als Gouverneur Floridas im November 2022 sah es f√ľr einige Monate so aus, als k√∂nne er Trump wom√∂glich die Kandidatur streitig machen. DeSantis eilte aber auch der Ruf voraus, im pers√∂nlichen Umgang mit W√§hlern h√∂lzern zu sein. Sein Wahlkampf war zudem von Auftritten in TV-Debatten gepr√§gt, die Gegner als „roboterhaft“ bezeichneten.

New Hampshire wird damit zur B√ľhne f√ľr einen Zweikampf zwischen Trump und Haley. Die fr√ľhere UNO-Botschafterin hat zuletzt versucht, sich verst√§rkt von Trump abzugrenzen. Sie hofft, damit in dem Bundesstaat punkten zu k√∂nnen, um dann gest√§rkt in die weiteren Vorwahlen zu ziehen. Ob ihr das jedoch gelingt, ist fraglich. In Umfragen lag Trump in New Hampshire zuletzt im Schnitt 14 Prozentpunkte vor Haley. In South Carolina, wo die Vorwahlen im Februar anstehen, ist Trumps Vorsprung noch gr√∂sser – und das, obwohl Haley aus dem Bundesstaat im S√ľden stammt und dort einst Gouverneurin war.

Die Entscheidung √ľber die Vergabe der Kandidatur der Republikaner k√∂nnte somit dieses Jahr faktisch fr√ľher fallen als √ľblich. Formell ziehen sich die Vorwahlen bis in den Sommer hinein. Gek√ľrt wird der Kandidat oder die Kandidatin anschlie√üend auf einem Parteitag, bevor es in den eigentlichen Pr√§sidentschaftswahlkampf geht.

(APA/dpa/Reuters) 

 

 



DeSantis sagt Adieu.

Bild: BRANDON BELL