UNO: Noch 24 Stunden Treibstoff für Spitäler im Gazastreifen

New York/Gaza - Die Treibstoffreserven aller Krankenhäuser im Gazastreifen dürften nur noch für etwa 24 Stunden reichen. Das teilte das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit. 

16. Oktober 2023 | Redaktion
Politik

Auf der offiziellen Website der OCHA heisst es: „Ein Ausfall der Notstromaggregate wĂĽrde das Leben tausender Patienten gefährden“ Unterdessen warnte UNO-Generalsekretär AntĂłnio Guterres, der Nahe Osten stehe „am Rande des Abgrunds“.

Dem Gazastreifen gingen „Wasser, Strom und andere lebenswichtige GĂĽter aus“, erklärte Guterres am Sonntag (Ortszeit). Die UNO verfĂĽge ĂĽber Vorräte an Nahrungsmitteln, Wasser, medizinischen HilfsgĂĽtern und Treibstoff in Ă„gypten, Jordanien, im Westjordanland und in Israel, die „innerhalb weniger Stunden“ verschickt werden könnten. Das UNO-Personal mĂĽsse aber „in der Lage sein“, diese Vorräte sicher und ohne Beeinträchtigung in den Gazastreifen zu bringen und in dem gesamten Palästinensergebiet zu verteilen.

Die radikalislamische Hamas rief Guterres auf, alle Geiseln „sofort“ und „ohne Bedingungen“ freizulassen. Jedes dieser beiden Ziele – die Freilassung der Geiseln und die Lieferung von HilfsgĂĽtern – stehe fĂĽr sich und dĂĽrfe nicht als „Verhandlungsmasse“ missbraucht werden, betonte der UNO-Generalsekretär. Er halte es fĂĽr seine Pflicht, „in diesem dramatischen Moment“, an dem „wir im Nahen Osten kurz vor dem Abgrund stehen“, fĂĽr beide Ziele zu kämpfen.

Ă„hnlich äusserte sich der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die WHO fordere die Hamas auf, „die zivilen Geiseln freizulassen, erklärte Tedros laut einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme der in Genf ansässigen Organisation. Zudem appelliere die WHO „weiterhin an Israel, sich an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der Gesundheitseinrichtungen zu halten“.

Der WHO-Chef bezeichnete die Angriffe der Hamas als „ungerechtfertigt und entsetzlich“. Sie seien „barbarisch und sollten verurteilt werden“. Zugleich sei er „sehr besorgt ĂĽber die israelischen Angriffe auf palästinensische Zivilisten“. Zudem befĂĽrchte er, dass die „Aufforderung an 1,1 Millionen Menschen, innerhalb eines so kurzen Zeitfensters vom Norden in den SĂĽden des Gazastreifens zu ziehen, zu einer humanitären Tragödie fĂĽhren“ werde, sagte Tedros.

(APA/Reuters/AFP) 

 

 

Guterres sieht Nahen Osten „am Rande des Abgrunds.“

Bild: MICHELE SPATARI