UBS verzichtet auf Bundesgarantien infolge CS-Übernahme

Bern - Die UBS hat den Vertrag ĂŒber die VerlustĂŒbernahmegarantie des Bundes ĂŒber neun Milliarden Franken sowie den Vertrag mit der Schweizer Nationalbank (SNB) ĂŒber die staatlich garantierten LiquiditĂ€tshilfe-Darlehen von maximal 100 Milliarden Franken beendet. 

11. August 2023 | Redaktion
Welt

Im MĂ€rz 2023 befand sich die Credit Suisse in einer akuten Vertrauenskrise. Der Bundesrat, die SNB und die Finanzmarktaufsicht (FINMA) mussten deshalb Mitte MĂ€rz sehr kurzfristig intervenieren, um die Schweizerische Volkswirtschaft zu schĂŒtzen und SchĂ€den abzuwenden.

Am 19. MĂ€rz 2023 verabschiedete der Bundesrat ein Massnahmenpaket, das die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS ermöglichte. Dank der raschen Übernahme durch die UBS und den staatlichen Begleitmassnahmen konnte das Finanzsystem nachhaltig stabilisiert werden.

Zum Massnahmenpaket gehörten unter anderem eine VerlustĂŒbernahmegarantie des Bundes an die UBS im Umfang von neun Milliarden Franken sowie eine Garantie im Umfang von 100 Milliarden Franken an die SNB zur Absicherung von LiquiditĂ€tshilfedarlehen zuhanden der Credit Suisse.

Die UBS kommunizierte heute, dass sie ab sofort ersatzlos auf die Verlustgarantie des Bundes verzichtet. Gleichzeitig wurde auch die Vereinbarung zwischen der Credit Suisse und der SNB ĂŒber die LiquiditĂ€tshilfe-Darlehen mit Ausfallgarantie des Bundes ersatzlos aufgehoben. Die Beendigung der Verlustgarantie und der LiquiditĂ€tshilfe-Darlehen mit Ausfallgarantie des Bundes sind endgĂŒltig. Damit wird auch das Notrecht fĂŒr die beiden Garantien gegenstandslos.

Der Bund musste aus diesen GarantieverhĂ€ltnissen keine Verluste ĂŒbernehmen. Mit der Beendigung dieser Garantien entfallen fĂŒr den Bund und die Steuerzahlenden auch die damit verbundenen finanziellen Risiken. Insgesamt hat der Bund aus der Verlustgarantie und den LiquiditĂ€tshilfe-Darlehen mit Ausfallgarantie rund 200 Millionen Franken eingenommen.

Zur weiteren Förderung der FinanzstabilitĂ€t beabsichtigt der Bundesrat weiterhin, dem Parlament eine Vorlage zur EinfĂŒhrung eines sogenannten „Public Liquidity Backstop“ (PLB) – eines öffentlichen LiquiditĂ€tspuffers – im ordentlichen Recht zu unterbreiten. Dies ist eine staatliche Massnahme, um eine in der Schweiz domizilierte systemrelevante Bank rasch und subsidiĂ€r mit LiquiditĂ€t zu versorgen, falls dies fĂŒr die erfolgreiche Sanierung erforderlich sein sollte. 

Parallel dazu laufen auch die Arbeiten an der Gesamtevaluation des «Too big to fail»-Regelwerks weiter.

(EFD/red)



Mit Hilfe des Bundes konnte die UBS im MĂ€rz die CS ĂŒbernehmen.

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