Sommerurlaub planen: Warum jetzt die richtige Zeit dafür ist 

Kehl/Berlin - Gerade zwischen den Jahren und nach Silvester schauen viele Menschen, wohin sie in den Urlaub fahren k├Ânnten. Buchen mit viel Vorlauf - kann sich das lohnen?┬á

28. Dezember 2023 | News International
Welt

Die Fr├╝hbucherzahlen f├╝r den n├Ąchsten Sommer sind nach Angaben der Reisebranche jedenfalls schon jetzt vergleichsweise hoch. Doch auf was muss ich bei l├Ąngerfristigen Buchungen achten? Wichtige Fragen und Antworten im ├ťberblick:

Bis wann gibt es Fr├╝hbucherrabatte und lohnen sie sich?

Reiseveranstalter locken mit Rabatten, damit die Menschen m├Âglichst fr├╝hzeitig Urlaub buchen – auch, weil das den Unternehmen, die Flug- und Hotelkontingente langfristig einkaufen, eine gewisse Planungssicherheit bringt.

Teils gibt es Stichtage, bis zu denen Rabatte gew├Ąhrt werden. Die liegen f├╝r die Sommersaison, die in der Regel Reisen ab Mai umfasst, oft Ende Januar, Ende Februar oder Ende M├Ąrz. Teils ist aber auch der Zeitraum bis zur geplanten Abreise massgeblich – ob man beispielsweise 45 oder 90 Tage vorher bucht. Grob gesagt, gilt die einfache Regel: Wer ganz fr├╝h bucht, kann am meisten sparen.

Aber: Rabatte von bis zu 40, 50 oder gar 60 Prozent, die von den Veranstaltern teils f├╝r Reisen im n├Ąchsten Sommer ausgerufen wurden, klingen zwar verlockend, doch wie viel man am Ende wirklich spart im Vergleich zu den Normalpreisen, die nach den Stichtagen gelten, l├Ąsst sich kaum herausfinden. „Die Preiskalkulation ist gerade auch bei Pauschalreisen ├╝berhaupt nicht transparent“, sagt Reiseexpertin Karolina Wojtal vom Europ├Ąischen Verbraucherzentrum (EVZ).

Wichtiger Tipp: Gesamtpreise vergleichen

Darum ist ein wichtiger Tipp: Sich nicht nur von den Prozenten leiten lassen, sondern n├╝chtern die Gesamtpreise von den in Frage kommenden Pauschalreisen miteinander vergleichen und darauf achten, ob auch alle gew├╝nschten Leistungen inbegriffen sind. Denn wenn etwa der Transfer vom Flughafen zum Hotel bei einem Angebot nicht dabei ist, k├Ânnte der Urlaubsstart im Sommer mit einer sehr ├Ąrgerlichen, unerwarteten Ausgabe beginnen.

Am Ende, h├Ąlt Verbrauchersch├╝tzerin Wojtal fest, seien Reisen mit Fr├╝hbucherrabatten „schon g├╝nstiger“. Und sie bieten einen weiteren Vorteil: die Auswahl. Denn m├Âglichst g├╝nstige Flugzeiten und das Wunschhotel in der Wunschregion zur Sommerferienzeit k├Ânnten vergriffen sein, wenn man zu sp├Ąt bucht. „Gerade f├╝r Familien mit Kindern empfiehlt es sich, rechtzeitig zu schauen“, empfiehlt Wojtal. Ihr Credo w├Ąre: Lieber fr├╝h buchen, als auf Last Minute spekulieren.

Buchen die Menschen vermehrt fr├╝her?

Ja, die Maxime der Verbrauchersch├╝tzerin scheinen wieder mehr Menschen zu teilen. Mit Tui Deutschland und DER Touristik berichteten die beiden gr├Âssten deutschen Reiseveranstalter zuletzt von deutlich h├Âheren Fr├╝hbucherzahlen f├╝r den Sommer – im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr und teils sogar im Vergleich zum letzten Vor-Corona-Jahr 2019.

Und die beliebteste Buchungszeit stehe erst noch bevor, heisst es bei Tui. Diese d├╝rfte jetzt so langsam starten: Daten der Portale Expedia und FeWo-direkt aus dem Jahreswechselzeitraum 2022/2023 zeigten, dass viele Deutsche die Zeit zwischen den Jahren f├╝r ihre Urlaubsplanung nutzen. „Die letzte Dezemberwoche leitet in der Regel die neue Buchungssaison ein“, erkl├Ąrt Expedia-Sprecherin Susanne Dopp.

F├╝r Hotels und Ferienunterk├╝nfte wie auch f├╝r Fl├╝ge und Mietwagen h├Ątten die Buchungen f├╝r den Sommerurlaub laut den Daten aus der vergangenen Saison ab Anfang Januar deutlich angezogen, so Dopp. Insbesondere Ferienunterk├╝nfte seien verst├Ąrkt im Januar gebucht worden.

Kommt man bei Online-Reiseportalen g├╝nstiger weg?

Es lohnt sich durchaus, solche Portale zu nutzen, um einen ├ťberblick zu bekommen. Denn Anbieter wie Check24, Holidaycheck oder Weg.de vergleichen die Angebote einer Vielzahl von Reiseveranstaltern und bieten so eine breite Angebots├╝bersicht bei der Suche nach der Wunschreise.

Allerdings: Die Preisspanne bei den g├╝nstigsten angezeigten Pauschalreisen kann – bei gleichen Suchkriterien – gross sein und Tausende Euro betragen, hat die Stiftung Warentest bei einem Vergleich von 15 Online-Reiseportalen festgestellt („test“-Ausgabe 1/24). Der Rat der Fachleute lautet deshalb: Gerade bei kurzfristigen Buchungen sollte man die Angebote f├╝r das Wunschreiseziel und den Wunschzeitraum bei mehreren Online-Reiseb├╝ros vergleichen. Doch auch bei Langfristbuchungen ist das zu empfehlen.

Verbrauchersch├╝tzerin Wojtal h├Ąlt die Portale f├╝r n├╝tzlich zur Reiseplanung, um das Angebot einzugrenzen: „Man kann praktische Filter nutzen, das ist prima.“ Sie r├Ąt aber dazu, Preise nicht nur zwischen den Portalen zu vergleichen. Wenn man ein konkretes Angebot im Auge hat, sollte man auch checken, ob es die Reise zu diesem oder einem ├Ąhnlichen Preis direkt beim Veranstalter gibt. „Wenn ja, w├╝rde ich dann immer dort buchen“, sagt sie.

Ihre Begr├╝ndung: Wenn es zu Problemen kommt, etwa aufgrund kurzfristiger Flugzeit├Ąnderungen, werde es umso schwieriger, je mehr Parteien involviert sind, „insbesondere, wenn es zeitkritisch ist, also der Urlaub kurz bevorsteht“, sagt Wojtal. Dann kann es von Vorteil sein, den direkten Draht zum Reiseveranstalter zu haben.

Wie sichert man sich gegen Eventualit├Ąten ab?

Wer im Dezember f├╝r August bucht, legt sich acht Monate vorher fest. Dazwischen kann vieles passieren, was den Urlaub platzen lassen kann. Stornierungen sind dann oft nur gegen Geb├╝hren m├Âglich und die werden umso saftiger, je kurzfristiger vor der Reise die Absage erfolgt.

Gegen solche finanziellen Einbussen sch├╝tzen kann eine Reiser├╝cktrittsversicherung. Sie ├╝bernimmt m├Âgliche Stornokosten, wenn ein abgesicherter Grund vorliegt. Das k├Ânnen zum Beispiel eine nicht vorhersehbare Erkrankung oder ein pl├Âtzlicher Jobverlust sein.

F├╝r sehr gute Familien-Jahrespolicen, die Reisen bis zu einem Wert von 3000 Euro absichern, werden um die 150 Euro im Jahr f├Ąllig, hat die Zeitschrift „Finanztest“ in einem Vergleich ermittelt (Ausgabe 1/24). Je nach H├Âhe der abgesicherten Reisesumme steigen oder sinken die Kosten f├╝r die Versicherung, die sich laut den Fachleuten insbesondere f├╝r Familien und ├Ąltere Menschen empfiehlt. Was die Policen nicht abdecken: Stornierungen, weil man ein besseres Angebot gefunden hat oder etwa keine Lust mehr aufs jeweilige Urlaubsland hat. Hier kommen Flex-Tarife ins Spiel.

Das Konzept: Gegen einen Aufpreis bei der Buchung ist eine Stornierung oder Umbuchung ohne Grund bis zu einem bestimmten Datum vor der Reise m├Âglich, teils bis zu 30 Tage vorher, teils 15 Tage, teils sogar nur 10 Tage. Diese Fristen zeigen: Bei ganz kurzfristigen Problemen helfen die Tarife nicht mehr weiter, dann k├Ânnte wieder nur eine Reiser├╝cktrittsversicherung gegen hohe Stornokosten absichern. Karolina Wojtal bewertet Flex-Tarife bei Buchungen mit viel Vorlauf dennoch positiv: „Das ist wirklich eine grosse Freiheit, weil wir nicht wissen, was bis dahin mit uns und in der Welt passiert.“ Die Zusatzkosten k├Ânnten aber die m├Âgliche Ersparnis durch den Fr├╝hbucherrabatt zunichtemachen. Daf├╝r ist man eben flexibler.

(APA/dpa/tmn) 

 

 

Viele buchen in diesen Tagen f├╝r den n├Ąchsten Sommer.

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