Skino Schaan zeigt den Film “Feminism WTF”

Der Feminismus gilt als die erfolgreichste Bewegung des 20. Jahrhunderts und wird dennoch stets in Frage gestellt. Diesem Phänomen geht der Film “Feminism WTF” von Katharina Mückstein auf den Grund, der am 15. Januar 2024 im Skino Schaan gezeigt wird. 

7. Januar 2024 | Redaktion
Panorama

Im Anschluss an die Filmvorführung, am Montag, 15. Januar 2024 um 18.15 Uhr im Saal 1 des Skino Schaan, findet für das Publikum im Literaturhaus eine Podiumsdiskussion über die feministische Bewegung in Liechtenstein statt. Das Gespräch moderiert Gabriella Alvarez-Hummel. 

Provokant, überraschend, anregend  

Warum wird immer noch ĂĽber Feminismus gestritten? Warum werden Frauen schlechter bezahlt? Warum gibt es so viel Gewalt gegen Frauen? Und warum interessiert das die Männer so wenig? Im Dokumentarfilm „Feminism WTF“ geben Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen spannende Antworten auf solche Fragen.

Feminismus ist noch immer ein Reizwort. Und noch immer wird über ihn gestritten. Der Film „Feminism – What the Fuck“ ist ein kämpferisches Plädoyer für Gleichberechtigung mit starken Bildern. Regisseurin Katharina Mückstein ist selbst eine engagierte Feministin. Sie hat einen Film gemacht, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zu Wort kommen.

„Feminismus bedeutet für mich im Großen und Ganzen eine ständige Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und unbedingte Solidarität mit jeweils denen, die wenig Macht haben“, sagt Mückstein.

Ungerechtigkeit beginnt bei der Geburt

Die Ungerechtigkeit beginnt bereits mit der Geburt: mit der Idee, dass Menschen entweder Mädchen oder Jungen sind. Dabei weiss die Biologie durch Analyse von Genen und Chromosomen, dass es dazwischen noch mehr gibt. 

Im Film werden Jungen rosa und Mädchen blau angezogen. Das Baby X-Experiment zeigt, wie sich das Verhalten der Erwachsenen gegenüber den Kindern gravierend ändert – selbst die Tonlage – je nach angenommenem Geschlecht

Mückstein: „Wir ignorieren den Stand der Wissenschaft“

„Dabei ignorieren wir eben auch den Stand der Wissenschaft, dass es nicht einmal auf biologischer Ebene nur zwei Geschlechter gibt. Und wir sind gar nicht bereit, unsere Kinder kennenzulernen als die, die sie wirklich sind und sie die werden zu lassen, die sie halt werden wollen oder müssen,“ sagt Katharina Mückstein. das hat damit zu tun, dass die Vorstellung, 

Männer werden aufgrund ihres Geschlechts bis heute bevorzugt – nicht nur finanziell. Der Film macht deutlich: Unser Wirtschaftssystem fusst auch darauf, dass Frauen die meiste Sorgearbeit übernehmen.

„Eine bestimmte Gruppe, die wir Frauen nennen, ist zuständig, und zwar gratis für diese ganze Sorgearbeit. Und damit einhergehend eben auch die Abwertung dieser Gruppe, weil wenn diese Gruppe ein bisschen weniger wert ist, weil’s ja Frauen sind, dann ist es umso legitimer, dass sie diese Arbeit gratis machen oder schlecht bezahlt“, sagt Franziska Schutzbach, Geschlechterforscherin und Soziologin.

Männer haben zu wenig Interesse am Feminismus

Männer haben wenig bis gar kein Interesse an Feminismus. Macht, Stärke, Dominanz zählen. Immer noch ist unsere Gesellschaft in allen Lebensbereichen männlich dominiert, das belegt der Film mit Zahlen. 

Der Film geht über Feminismus hinaus, verbindet ihn mit Kapitalismuskritik, Rassismus- und Genderforschung. Für die Interviews und Tanzszenen nutzt Regisseurin Katharina Mückstein leere Büroräume, die für sie ein Sinnbild eines kaputten kapitalistischen Systems sind. So wird „Feminism WTF“ zum Gesamtkunstwerk – inhaltlich, visuell und körperlich – das anregt und Zusammenhänge erschliesst.

„Darum war mir das so ein grosses Anliegen, einen Film zu machen, der eigentlich in seiner Argumentation erklärt, wie Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus Grössen sind, die unser Zusammenleben organisieren und die auch ohne einander nicht können. Und dass wir sie deshalb auch nicht getrennt voneinander bekämpfen können“, so Mückstein.

Spielzeit: Montag, 15. Januar 2024 um 18.15 Uhr im Skino Schaan, Saal 1 

 

 

 

 

 

 

 



Das gesamte Gesellschaftssystem grĂĽndet auf der Diskriminierung von Frauen.

Bild: Daniel Escanlar