Wildtiere schĂĽtzen heisst Winterruhezonen beachten

Wildtiere sind im Winter besonders gefährdet. Darum sind ihre wichtigsten Lebensräume ab Mitte Dezember mit einem Betretungsverbot belegt.

12. Dezember 2022 | Redaktion
Gesellschaft

Ab Donnerstag den 15. Dezember 2022 dürfen wichtige Winterlebensräume von Wildtieren nicht mehr betreten werden. Die häufig genutzten Winterwanderwege, Ski- und Schneetourenrouten bleiben jedoch begehbar, wie das Amt für Umwelt informiert. Doch auch ausserhalb der Winterruhezonen ist rücksichtsvolles Verhalten gegenüber Wildtieren gefordert.

Der Winter stellt fĂĽr wildlebende Tiere eine grosse Herausforderung dar. Mit rĂĽcksichtsvollem Freizeitverhalten sowie der Einhaltung von vier einfachen Regeln tragen Sie massgeblich dazu bei, dass Wildtiere die kalte Jahreszeit schadlos ĂĽberstehen.

Respektiere deine Grenzen: Vier Regeln fĂĽr mehr Natur

Die im deutschsprachigen Raum bekannte Informationskampagne „Respektiere deine Grenzen“ hat vier passende Verhaltensregeln fĂĽr Schneesport mit RĂĽcksicht formuliert:

  1. Winterruhezonen beachten: Sie bieten Wildtieren Rückzugsräume.

  2. Auf Wegen und bezeichneten Routen bleiben: Auf regelmässig begangenen Routen können sich Wildtiere an Menschen gewöhnen.

  3. Waldränder, Windschutzstreifen und schneefreie Flächen meiden: Hier halten sich Wildtiere gerne auf.

  4. Hunde an der Leine fĂĽhren: Wildtiere flĂĽchten vor frei laufenden Hunden.

Tiere, die keinen Winterschlaf halten, müssen in den Wintermonaten mit kalten Temperaturen, Schneemassen sowie knapper, nährstoffarmer Nahrung auskommen. Das heisst, dass sie so viel Energie wie möglich sparen müssen, um den Winter zu überstehen. 

Dafür gibt es verschiedene Strategien: Die wichtigste davon ist die Ruhe. Um möglichst wenige lebensnotwendige Reserven zu verbrauchen, senken sich Herzschlag und Körpertemperatur und die Tiere verharren über längere Zeiten an geschützten Plätzen, gut isoliert durch ein dichtes Winterfell oder Befiederung.

Schreckt das Tier durch Sportlerinnen und Sportler oder einen Hund auf, wird der Herzschlag beschleunigt. Der Energieverlust zehrt an den Fettreserven. Muss das Tier über den Winter verteilt oft flüchten, kann dies fatale Folgen haben. Das Wildtier wird anfälliger für Krankheiten, es stellt sich ein geringerer Fortpflanzungserfolg ein oder es kann durch Tod an Erschöpfung sterben.

Winterruhezonen in Liechtenstein

Winterruhezonen sind Areale, in denen zugunsten der Wildtiere die Freizeitaktivitäten der Menschen durch Betretungsverbote oder Wegegebote eingeschränkt werden. Die Wildtiere sind so insbesondere in den Wintermonaten vor Störungen geschützt und können ihrem stärkeren Ruhebedürfnis nachkommen.

Winterruhezonen dürfen in den Zeiträumen vom 15. Dezember 2022 bis 15. April 2023 (Berggebiet) bzw. 1. Januar bis 31. März 2023 (rheintalseitige Hanglagen) mit Ausnahme der ausgewiesenen Korridore nicht betreten werden. Durch die Ausscheidung von Korridoren bleiben die häufig genutzten Winterwanderwege, Ski- und Schneetourenrouten jedoch begehbar.

Die Kontrollen der Winterruhezonen erfolgen durch die Naturwacht, das Amt für Umwelt und durch die Jagdaufseher. Bei Verstössen gegen die Winterruhezonenverordnung können Bussen verhängt werden.

Karten und weitere Informationen

Wer beabsichtigt, sich abseits der offiziellen Winterrouten in unberührte Gebiete zu begeben, muss in jedem Fall die Beschilderungen vor Ort berücksichtigen. Am besten plant man solche Touren durch vorgängiges Studium der Route im Internet. Dies gehört neben dem Studium der Wetter- und Lawinenvorhersage zur Vorbereitung jeder Ski- oder Schneeschuhtour. (ots)

 

Informationen im Internet sind abrufbar unter: http://www.wildruhezonen.ch, http://www.respektiere-deine-grenzen.ch sowie im Geodatenportal der Liechtensteinischen Landesverwaltung: https://geodaten.llv.li/geoportal/Wildruhezonen.html



Weil kaum Nahrung vorhanden ist, haben es Wildtiere in der kalten Jahreszeit besonders schwer.

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