Lernhub f├╝r ukrainische Schulkinder entwickelt sich

Mit der Installation eines Lernhubs konnte Liechtenstein schnell auf die gestiegenen Schülerzahlen mit Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine reagieren. Bildungsministerin Dominique Hasler machte sich eine Woche vor den Sommerferien selbst ein Bild. 

6. Juli 2023 | Redaktion
Gesellschaft

Derzeit sind 23 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler im Alter zwischen sieben und siebzehn Jahren im Lernhub, der sich seit rund einem halben Jahr in den R├Ąumlichkeiten des Swarovski-Komplexes in Triesen befindet. „Wir finden hier ideale Voraussetzungen f├╝r unseren Unterricht vor“, erkl├Ąrt Stefan Biedermann, eine der f├╝nf Lehrpersonen, die sich hier um die Kinder und Jugendlichen k├╝mmern.┬á

Hasler dankt den Lehrpersonen

Der grosse Gemeinschaftsraum und die kleineren Gruppenr├Ąume erlauben zeitgem├Ąssen Unterricht f├╝r individuelleres Arbeiten. „Dies ist insbesondere deshalb so wichtig, weil die Kinder und Jugendlichen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen kommen“, so Biedermann weiter.

Bildungsministerin Dominique Hasler zeigte sich sichtlich ger├╝hrt vom warmherzigen Empfang: „Es ist sch├Ân zu sehen, wie die Kinder und Jugendlichen, trotz der schrecklichen Erlebnisse und zum Teil schweren Traumata, hier einf├╝hlsam und umfassend begleitet werden.“ Die Aussen- und Bildungsministerin betonte, dass man alles daran setze, den gefl├╝chteten Kindern und Jugendlichen aus dem Kriegsgebiet so viel Normalit├Ąt wie m├Âglich und eine Perspektive f├╝r die Zukunft zu bieten.

Hasler nahm beim Besuch auch die Gelegenheit war, sich bei den Lehrpersonen und allen Verantwortlichen im liechtensteinischen Schulsystem zu bedanken: „Ob hier im Lernhub, in den Regelklassen oder in anderer Funktion – die Integration der neuen Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler klappt nur deshalb so gut, weil die Lehrpersonen und das Schulpersonal einen immensen Einsatz leisten. Daf├╝r m├Âchte ich allen Beteiligten meinen grossen Dank aussprechen.“

Rund 100 Schulkinder aus der Ukraine 

Ziel des Lernhubs ist es, die Kinder und Jugendlichen in den Regelunterricht zu integrieren. Deshalb lernen die Kinder und Jugendlichen, die gr├Âsstenteils ├╝ber keine Deutschkenntnisse verf├╝gen, zu Beginn in sogenannten IK-DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) Deutsch. Sobald sie ├╝ber gen├╝gend Deutschkenntnisse verf├╝gen, um dem regul├Ąren Unterricht zu folgen, werden sie in eine Regelklasse in ihrem Schulbezirk integriert, derzeit nach etwa drei Monaten. Im Juli 2023 befinden sich rund 100 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine im liechtensteinischen Schulsystem.

Einsetzung einer Fachgruppe 

Aus den Erfahrungen aus dem Lernhub und der Integration der ukrainischen Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler soll auch k├╝nftig gesch├Âpft werden k├Ânnen. Basierend auf einer Konzeptidee von Lehrpersonen soll deshalb eine Fachgruppe zur gelingenden Integration Gefl├╝chteter an liechtensteinischen Schulen installiert werden. Diese hat zum Ziel, ein Ma├čnahmenkonzept f├╝r die gelungene p├Ądagogische, gesellschaftliche und sprachliche Integration sowie f├╝r eine gesteigerte Lernwirksamkeit von ausl├Ąndischen Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern an liechtensteinischen Schulen zu erarbeiten und dessen Umsetzung zu begleiten.

Unterricht in Heimatsprache und Kultur 

In vielen L├Ąndern Europas werden seit mehreren Jahrzehnten von Botschaften, Konsulaten oder Vereinen Kurse in Heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) angeboten. Nach den Sommerferien soll das Angebot auch f├╝r ukrainische Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler gestaltet werden, jeweils an einem Standort im Ober- sowie im Unterland.┬á

Dieser Zusatzunterricht ist angegliedert an die Volksschule und dient dazu, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder die Kenntnisse in ihrer Herkunftssprache und Herkunftskultur erhalten k├Ânnen. Der Unterricht in Heimatlicher Sprache und Kultur f├╝r ukrainische Kinder und Jugendliche ist vorerst f├╝r zwei Jahre finanziell gesichert.

(pd/red)

Regierungsr├Ątin Dominique Hasler nahm am Unterricht teil. Bild: IKR

Regierungsr├Ątin Hasler zeigte sich ger├╝hrt vom warmherzigen Empfang der Kinder.

Bild: IKR