Landesweite Kampagne gegen Diskriminierung gestartet 

AnlĂ€sslich des Tags gegen Rassismus am 21. MĂ€rz lancierte der Verein fĂŒr Menschenrechte mit der Gewaltschutzkommission und dem Fachbereich fĂŒr Chancengleichheit die Sensibilisierungskampagne „Diskriminierung ist strafbar - Toleranz ist dein Recht“.

25. MĂ€rz 2023 | Redaktion
Gesellschaft

In Liechtenstein leben Menschen über 120 Nationalitäten, deren Vertreter 50 Sprachen sprechen und mehr als 10 verschiedene Religionen praktizieren. Diese Vielfalt bereichert das Zusammenleben und ist ein wesentlicher Faktor für Kreativität, Innovation und Wohlstand. 

UnabhĂ€ngig von NationalitĂ€t und Religionszugehörigkeit kommt allen Menschen das gleiche Recht zu, mit Respekt behandelt zu werden. Diskriminierung widerspricht den grundlegenden Werten einer inklusiven Gesellschaft, bedroht den sozialen Zusammenhalt, verletzt die Menschenrechte und ist eine Form der öffentlichen Gewalt. 

Formen von Diskriminierung

Menschen können Diskriminierung in mehreren Formen und in unterschiedlichen Lebensbereichen ausgesetzt sein: zum Beispiel in der Familie, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum, wie auf der Strasse oder im Internet.

Neben individueller Diskriminierung können Menschen auch von struktureller Diskriminierung betroffen sein, indem sie durch (ungeschriebene) Regeln oder Praktiken von Behörden oder Institutionen benachteiligt werden.

Öffentliche Herabsetzung oder Verleumdung 

Das Diskriminierungsverbot ist in § 283 des Strafgesetzbuchs verankert: Es legt fest, dass niemand aufgrund der Hautfarbe, Sprache, Nationalität, Ethnie, Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, Behinderung, Alter oder sexueller Ausrichtung öffentlich herabgesetzt oder verleumdet werden darf. 

Niemand darf wegen dieser persönlichen Merkmale von öffentlich zugänglichen Leistungen ausgeschlossen werden. Auch das Aufreizen zu Diskriminierung oder die Weiterverbreitung diskriminierender Inhalte und das öffentliche Zeigen oder Tragen von diskriminierenden Symbolen ist verboten. 

Rechtliche Möglichkeiten und Folgen

Von Diskriminierung Betroffene können, und sollen durch die Kampagne ermutigt werden, Anzeige zu erstatten. Umgekehrt machen sich Personen, die nachweislich andere diskriminieren, strafbar und mĂŒssen mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren rechnen. 

Die landesweite Kampagne gegen Diskriminierung wird von der Regierung, der gesamten Landesverwaltung, der Landespolizei, allen Gemeinden und 25 Institutionen  sowie diversen Industriebetrieben verbreitet und mitgetragen.  

(lpfl/rif)

 

 

 

 

Die Kampagne „Diskriminierung ist strafbar – Toleranz ist dein Recht“ wird seit dem 21. MĂ€rz ĂŒber verschiedene KanĂ€le im Land verbreitet.

Bild: lpfl