Landesbehörden werden im Kampf gegen die Ausbeutung von ArbeitskrÀften geschult

Am 24. Mai 2023 haben das Amt fĂŒr Volkswirtschaft und der Runde Tisch Menschenhandel die zustĂ€ndigen Behörden und Institutionen fĂŒr eine Schulung zur BekĂ€mpfung des Menschenhandels eingeladen. Der Einladung wurde zahlreich Folge geleistet.

2. Juni 2023 | Redaktion
Region

Liechtenstein ist Vertragsstaat des Übereinkommens zur BekĂ€mpfung des Menschenhandels. Die von diesem Übereinkommen eingerichtete Expertengruppe fĂŒr die BekĂ€mpfung des Menschenhandels (GRETA) evaluiert regelmĂ€ssig die Einhaltung dieses Übereinkommens und erteilt den Mitgliedstaaten Empfehlungen zur Umsetzung. 

AnlĂ€sslich der letzten Evaluationsrunde wurden auch Massnahmen zur Verhinderung von Ausbeutung der Arbeitskraft, insbesondere durch Ausbildung der FachkrĂ€fte empfohlen. Die Regierung hat das Amt fĂŒr Volkswirtschaft mit der Umsetzung dieser Empfehlung beauftragt.

Indikatorenliste macht Opfer erkennbar

Mithilfe einer Indikatorenliste können mögliche Opfer von Menschenhandel besser identifiziert werden. Von einer Schweizer Expertengruppe unter der Leitung des Bundesamtes für Polizei fedpol wurde eine Indikatoren-Checkliste erarbeitet für alle Fachstellen und Organisationen, die mit Opfern von Menschenhandel in Kontakt kommen können. Die Liste versteht sich als gemeinsames Referenzdokument, um mögliche Opfer von Menschenhandel zu erkennen und zu identifizieren.

Indizien fĂŒr potentielle Arbeitskraftausbeutung sind beispielsweise extrem niedrige Löhne, die in keinem VerhĂ€ltnis zu den branchenĂŒblichen Standards stehen, das ZurĂŒckhalten oder Nichtauszahlen des Lohnes, die Pflicht zur RĂŒckzahlung eines Teil des Lohnes an den Arbeitgeber oder das AusĂŒben von Drohungen oder Druck durch den Arbeitgeber, um zu verhindern, dass das ArbeitsverhĂ€ltnis aufgelöst wird.

Gemeinsam im Kampf gegen Ausbeutung 

Die Fachleute referierten ĂŒber die liechtensteinische Rechtslage und Praxis. ZusĂ€tzlich haben Expertinnen und Experten aus der Schweiz die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden und NGOs betont und verschiedene Modelle der Zusammenarbeit vorgestellt. 

Anhand von aktuellen Beispielen wurden den Anwesenden Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Amtsstellen, der Strafverfolgungsbehörden und der Zentralen ParitÀtischen Kommission konkret aufgezeigt, wie in VerdachtsfÀllen vorgegangen werden kann. Die Schulung leistete einen wichtigen Beitrag zum Aufbau des Knowhows und zur noch besseren Zusammenarbeit der zustÀndigen Behörden und Institutionen in Liechtenstein.

(pd/red)

Info:

→ Indikatorenliste fĂŒr Arbeitskraft-Ausbeutung (fĂŒnftes Dokument unter “Berichte und Dokumente”): https://www.fedpol.admin.ch/fedpol/de/home/kriminalitaet/menschenhandel/links.html 

 → Übereinkommen zur BekĂ€mpfung des Menschenhandels: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2013/94/de

Extrem niedrige Löhne deuten auf die Ausbeutung von ArbeitskrÀften.

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