Ăśbernahme der Schweizer Empfehlungen bei Arzneimittelmangel

Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom Dienstag eine Massnahme zur Entlastung der Situation bei anhaltender Mangellage bei Arzneimitteln beschlossen.

28. März 2023 | Redaktion
Gesellschaft

In den letzten Wochen hat sich die bereits angespannte Arzneimittel-Versorgungssituation weiter verschärft und beeinträchtigt nun zunehmend auch den ambulanten Bereich. Die wirtschaftliche Landesversorgung der Schweiz stuft die Situation im „Fachbereich Heilmittel“ deshalb aktuell als problematisch ein. 

Mangellage gefährdet Patienten

Eine Mangellage bei Arzneimitteln kann sich negativ auf die Patientensicherheit auswirken. Zur Wahrung des Patientenwohls mĂĽssen qualitativ hochstehende, sichere und wirksame Arzneimittel zur VerfĂĽgung stehen. Daher ist es notwendig, Massnahmen einzuleiten und umzusetzen.

Im Rahmen einer Taskforce des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung werden gemeinsam mit anderen Bundesstellen, Vertretungen der Kantone, Leistungserbringern des Gesundheitswesens und der Wirtschaft kurzfristige und rasch wirksame Massnahmen zu einer Entlastung der Situation geprüft. 

Abgabe von Teilmengen

Eine der Massnahmen umfasst die Abgabe von Teilmengen bei Arzneimitteln mit einer anhaltenden Mangellage. Hierdurch soll die Reichweite der bestehenden Lagerbestände verbessert werden. Aus Gründen der Heilmittelsicherheit sind Arzneimittel grundsätzlich nur in der zugelassenen Originalpackung abzugeben.

Aufgrund der problematischen Lage erachtet es die Taskforce jedoch als vertretbar, fĂĽr einen begrenzten Zeitraum von diesem Grundsatz abzuweichen. Dies gilt nur fĂĽr diejenigen, bei denen eine Mangellage vorliegt und die auf einer spezifischen „Wirkstoffliste Teilmengenabgabe“ aufgefĂĽhrt sind.

Versorgungslage in Liechtenstein

Die Einstufung der Situation im „Fachbereich Heilmittel“ durch das Schweizer Bundesamt fĂĽr wirtschaftliche Landesversorgung hat auch fĂĽr Liechtenstein eine grosse Bedeutung, weil die festgestellte Mangellage in der Schweiz direkte und unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungslage in Liechtenstein hat.

Liechtenstein ist im Bereich der Heilmittel aufgrund des Zollvertrags in einem gemeinsamen Markt mit der Schweiz und somit von der Mangellage genauso betroffen.

Verantwortung bei der Regierung

Die Regierung übt gemäss Art. 40 des Heilmittelgesetzes die Oberaufsicht über den Umgang mit Heilmitteln aus. Ihr obliegen insbesondere die Bewilligung von Ausnahmen zur Vorratshaltung von Arzneimitteln für Katastrophen und den Kriegsfall.

Auf Grundlage dieser Bestimmung hat sich die Regierung der Empfehlung des Bundesamtes fĂĽr wirtschaftliche Landesversorgung angeschlossen und dieselben Rahmenbedingungen festgelegt. Die Empfehlung richtet sich an die Apotheken und die Ă„rzteschaft in Liechtenstein.

(ots)



Bestimmte Medikamente werden kĂĽnftig rationiert abgegeben.

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