Keine Ruhe im Kopf

von Jnes Rampone-Wanger, Freie Journalistin, Vaduz

27. August 2023 | Gastautor
Kolumnen

Kennen Sie das: Irgendetwas völlig Unwichtiges geht dauernd in Ihrem Kopf herum und gibt keine Ruhe. Bei mir sind dies gerne Liedchen wie „Aber Dich gibts nur einmal für mich“ oder „Griechischer Wein“. Dabei hätte mein Hirn weiss Gott anderes zu tun, als im Stummen ständig das gleiche Lied vor mich her zu trällern, von dem ich ja doch nur einige Textbrocken auswendig kann. Egal, wenn es sich einmal festgesetzt hat, dann bin ich nur noch eine hilflose Sklavin. Aber ein grosser Vorteil des Älterwerden ist ja bekanntlich, dass man sich an seine eigenen Marotten gewöhnt.

Dass sich mein Repertoire am unnützem Gedankenmarathon nun aber noch erweitert, gibt mir zu denken. Da hab ich doch am vergangenen Mittwoch – man will ja nicht zum alten Eisen gehören – die Kinderseite der Tageszeitung meines Vertrauens studiert. Dabei bin ich auf das Rätsel der Woche gestossen. „OK“ , dachte ich mir: „zum Morgenkaffee löse ich doch noch ganz schnell das Kinderrätsel. Kann ja keine Hexerei sein.“ In der Rubrik „Was mag das wohl sein?“ las ich: „Was ist grösser als Gott und bösartiger als der Teufel? Die Armen haben es! Die Glücklichen brauchen es! Und wenn du es isst, stirbst du!“

Nach dem dritten Kaffee war ich so klug wie zuvor und spielte kurz mit dem Gedanken in der Redaktion anzurufen und meine Beziehungen spielen zu lassen, um nicht einen ganze Woche auf die Auflösung zu warten. Aber das war mir dann doch zu peinlich. Mit meinem inneren Frieden ist es aber seither vorbei. Das Rätsel hat sich in meinem Kopf eingenistet. Ich bin unkonzentriert und abwesend. Mein Selbstbewusstsein steckt knietief im Schlamm. Der einzige Trost ist mir, dass alle die ich frage – und unter meinen Freundinnen und Freunden hat es ein paar ganz helle Köpfchen – nur kopfschüttelnd das Thema wechseln. Vielleicht sollte ich einmal meinen Nachbarjungen fragen. Könnte ja sein, dass es ein Rätsel nur für Kinderköpfe ist.

Ich hoffe nur, dass ich Ihnen nun nicht die Sonntagsruhe verpfuscht habe!

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