K√§ltemythen auf dem Pr√ľfstand¬†

Berlin - Die kalte Jahreszeit bringt nicht nur frostige Temperaturen, sondern auch eine Vielzahl von K√§lte-Weisheiten mit sich. So sollen Frauen grunds√§tzlich schneller frieren als M√§nner und nasse Haare zur Erk√§ltung f√ľhren. Was wirklich stimmt und was Dauermythos bleibt.

10. Januar 2024 | News International
Gesellschaft

Behauptung: Kaltduscher werden seltener krank

Bewertung: Bisher unklar, aber nicht ungesund.

Fakten: Warmduscher k√∂nnen aufatmen, denn dieser Mythos stimmt so nicht ganz. F√ľr die Behauptung, dass Menschen, die kalt duschen, seltener krank sind, gibt es der Stiftung Gesundheitswissen zufolge nicht genug wissenschaftliche Belege.¬†

Laut einer niederl√§ndischen Studie kann kaltes Duschen eine positive Wirkung aufs Immunsystem haben. F√ľr die Studie musste ein Teil der 3‚Äô000 Probanden t√§glich 30 bis 90 Sekunden lang mit kaltem Wasser duschen – die Vergleichsgruppe dagegen warm. Regelm√§ssiges Wechseln zwischen warmen und kalten Duschen f√ľhrte dazu, dass Menschen, die keine schweren Probleme hatten, seltener √ľber Krankheit berichteten. Allerdings f√ľhrte es nicht dazu, dass diese Personen weniger Tage krank waren.

F√ľrs Immunsystem kann kaltes Wasser also tats√§chlich etwas bringen – auch wenn es nur schwer messbar ist und umfassendere Untersuchungen dazu noch fehlen. Denn die Studien, die nahelegen, K√§ltereize w√ľrden unser Immunsystem st√§rken, sind noch nicht aussagekr√§ftig genug.

Behauptung: Frauen frieren schneller als Männer

Bewertung: Richtig.

Fakten: Diese Behauptung wird gerne mal als Unfug abgetan Рstimmt aber. Studien zeigen, dass das unterschiedliche Kälteempfinden zwischen Mann und Frau biologisch und hormonell bedingt ist. Das liegt zum Teil an der Hautdicke und dem höheren Muskelanteil bei Männern.

Bei etwa gleichem K√∂rpergewicht haben Frauen tendenziell weniger Muskeln, die W√§rme erzeugen. Ebenso auch mehr Fett zwischen der Haut und den Muskeln, sodass sich die Haut k√§lter anf√ľhlt, da sie etwas weiter von den Blutgef√§ssen entfernt ist. Frauen haben auch eine niedrigere Stoffwechselrate als M√§nner, was die F√§higkeit zur W√§rmeproduktion verringert, wodurch Frauen bei sinkenden Temperaturen eher zu einem K√§ltegef√ľhl neigen.

Behauptung: Alkohol wärmt von innen auf

Bewertung: Falsch.

Fakten: Ein Schnaps oder Gl√ľhwein scheinen ideal, um sich aufzuw√§rmen. Schon nach kurzer Zeit macht sich ein w√§rmendes Gef√ľhl im K√∂rper breit. Denn bei Alkoholgenuss weiten sich die Blutgef√§sse in der Haut, wodurch mehr Blut an die K√∂rperoberfl√§che fliesst. Das sorgt zun√§chst f√ľr ein w√§rmeres Gef√ľhl. Doch nur f√ľr kurze Zeit: Die W√§rme wird laut Bundeszentrale f√ľr gesundheitliche Aufkl√§rung (BZgA) √ľber die Haut nach aussen abgegeben, die K√∂rpertemperatur sinkt. Gleichzeitig ziehe der K√∂rper zudem W√§rme von den inneren Organen ab. Bei unzureichendem Schutz k√ľhlt der K√∂rper aus.

Behauptung: Mit nassen Haaren holt man sich eine Erkältung

Bewertung: Unklar.

Fakten: Ein Mythos, der immer wieder f√ľr wahr gehalten wird. Denn Ausl√∂ser f√ľr eine Erk√§ltung sind Viren. Und die interessieren sich nicht f√ľr den Feuchtigkeitsgrad der Haare, sondern f√ľr den der Schleimh√§ute. Sind diese zu trocken, bilden sie einen idealen Nistplatz f√ľr die Erreger. Ohne die Erreger ist eine Infektion unm√∂glich. Trotzdem sollte man bei Minusgraden mit trockenen Haaren und am besten mit M√ľtze vor die T√ľr gehen, um einer Ausk√ľhlung vorzubeugen. Es existieren zwar vereinzelte Studien, die f√ľr einen Zusammenhang zwischen Erk√§ltungen und dem Abk√ľhlen des K√∂rpers sprechen. Insgesamt ist das allerdings strittig.

Behauptung: Kälte erhöht den Blutdruck

Bewertung: Richtig.

Fakten: Die H√∂he des Blutdrucks √§ndert sich im Laufe des Tages. Nach dem Aufwachen steigt er stark an und nimmt im Verlauf des Morgens weiter zu. Verschiedene Faktoren wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, verschiedene Lebensgewohnheiten sowie das Umfeld beeinflussen der Stiftung Gesundheitswissen zufolge den Blutdruck. So reagiert dieser vor allem auf Temperaturunterschiede: „Im Winter ist er h√∂her als im Sommer, da sich die Blutgef√§√üe durch die K√§lte verengen und somit einen Anstieg des Blutdrucks bewirken“, heisst es.

Anhaltend hoher Blutdruck kann √ľber l√§ngere Zeit Gehirn, Herz und Nieren stark sch√§digen, erl√§utert die Bundeszentrale f√ľr gesundheitliche Aufkl√§rung. Von Bluthochdruck spricht man, wenn die Werte bei mehr als 140 zu 90 liegen.

(APA/dpa) 

 

 

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