Mit acht Tipps betrĂĽgerische Online-Shops erkennen

Mit nur einem Klick online einkaufen spart Zeit und Nerven. Doch im Internet tummeln sich auch viele Betrüger. Diese zu erkennen ist zwar schwierig aber nicht unmöglich.

7. November 2022 | Rita Feger
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Shoppen im Internet kann ein Segen sein: Mit nur einem Klick, hat man in kĂĽrzester Zeit exakt, wonach man gesucht hat. Verglichen mit herkömmlichem Shoppen spart man sich Zeit, Nerven und oft auch Geld. So gemĂĽtlich das Einkaufen zu Hause auf dem Sofa sein kann, so enttäuschend ist es, wenn der im Voraus bezahlte Artikel nie ankommt. Sofern kein spezifisches Lieferproblem bekannt ist, ist man vermutlich in die Falle eines sogenannten „Fake-Shops“ getappt. 

Gefahren, die ein solcher Fake-Shop birgt, können vielerlei Gestalt annehmen. Neben dem Nichterhalt bereits bezahlter Ware, ist der Erhalt mangelhafter oder gefälschter Ware möglich. Es kann auch passieren, dass persönliche Daten für Kreditkartenbetrug oder Identitätsdiebstahl benutzt werden. 

Da viele Fake-Shops davon leben, nicht als solche erkennbar zu sein und sich noch dazu im Ausland befinden, scheint eine Überprüfung fast unmöglich. Den Kopf braucht man trotzdem nicht hängen lassen, denn es gibt selbst für den Laien erkennbare Zeichen, die einen virtuellen Shop als “fake” entlarven. Im Folgenden acht Warnsignale die auf potentiellen Internet-Betrug hinweisen:

1. Sprachfehler in der Produktbeschreibung 

Fake-Shops kommen in der Regel in professioneller Aufmachung daher, da ihre Layouts meist kopiert sind. Anders sieht es bei den Übersetzungen aus. Dafür werden oft automatische Übersetzungswerkzeuge genutzt. Erste Hinweise auf einen Fake-Shop können somit Sprachfehler in den Produktbeschreibungen liefern. 

2. Impressum ohne Postadresse

Seriöse Online-Shops können ein Impressum vorweisen. Ein Impressum ist gesetzlich vorgeschrieben und enthält die Postadresse des Verantwortlichen. Diese ist anschliessend mit der Adresse des Firmensitzes abzugleichen. Unter ebra.be/worldwide-registers/ können Handelsregister weltweit nach Eintragungen abgefragt werden. Ist im Impressum bloss eine Gmail Adresse angegeben, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um einen Fake-Shop.

3. Auffällig billige Markenshops

Gefälschte Waren verkaufen vor allem Shops, die fast genauso aussehen wie die des Original-Herstellers. Sind die Preise dann noch um ein Vielfaches günstiger, ist es gut möglich, dass es sich bei den Produkten um Fälschungen handelt. Sendung mit gefälschter Ware aus dem Ausland, kann der Zoll zudem einkassieren. Hilfreich ist es, die Preise des Fake-Shops mit ähnlichen Produkten von anderen Anbietern zu vergleichen. Mit Preissuchmaschinen wie Comparis.ch oder Toppreise.ch lässt sich prüfen, ob eine Preisangabe realistisch ist. 

4. Kostenfallen im Kleingedruckten 

Eine weitere Abzock-Masche sind Angebote von Gratismustern. Dem Kunden wird vorgegaukelt, er würde mit einer Bestellung eine kostenfreie Probe zur Ansicht erhalten. In Wahrheit hat er mit dem Auslösen des Bestellvorgangs ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen. Eine fundamentale Kundeninformation wurde unauffällig ins Kleingedruckte verpackt. 

Als weitere Kostenfalle entpuppen sich ausserdem Shops, bei denen das Preis-Leistungsverhältnis der bestellten Ware zwar stimmt, dafĂĽr aber beim Versand etliche Zusatzkosten draufgeschlagen werden. Gemeint sind Abwicklungs- und ZollgebĂĽhren, Produkt- und Transportgarantien bis hin zu „AdministrationsgebĂĽhren”.  

5. Heimliche Platzierungen bei gehackten Shops 

Nicht selten kommt es vor, dass Online-Shops gehackt werden. Betrüger üben dann die Kontrolle über den Shop aus. Eigene Produkte werden unter das bestehende Angebot platziert. Gehackte Websites sind beispielsweise daran erkennbar, dass sie Produkte im Sortiment haben, die nicht zum Anbieter passen, die zudem verdächtig günstig sind. 

6. Scheinbarer Tippfehler in der Domain 

Was das Abfangen von Kunden betrifft, gelten auch die sogenannten Tippfehler-Domains gemäss einem Urteil des Deutschen Bundesgerichtshofs  (I ZR 164/12)  als unlauter. Anbieter von solchen Domains machen sich bekannte Domain-Namen zu Nutze und zählen auf häufige Tippfehler der Internetnutzer. Aus wetteronline.de wird dann einfach mal wetteronlin.de. Überprüfen lassen sich verdächtige Adressen über eine Adresse Deutscher Konsumentschützer, die auch internationale Shops checkt: verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder. 

Nützlich in diesem Zusammenhang ist die Zertifizierung von seriösen Online-Shops mit Gütesiegel, wie Swiss-online-garantie.ch und Trustedshops.de. Eine Zertifizierung stellt auf das Erfüllen gewisser Kriterien ab, wie ein Rückgaberecht oder die Rückerstattung bei Nichtlieferung. Ein echtes Gütesiegel lässt sich anklicken und leitet den Kunden direkt auf die Website des Ausstellers weiter. 

7. Rezensionen die wie Werbung klingen

Hinweise darüber, ob es sich bei einem bestimmten Webshop um einen Fake-Shop handelt, geben auch Rezensionen. Um Seriosität vorzutäuschen, werden positive Bewertungen gekauft oder von den Betrügern gleich selbst abgegeben. Bewertungen von Fake-Shops lesen sich dann, wie Werbung. Auch verhältnismässig viele Bewertungen bei ganz neuen Produkten gelten als Indiz für Fake-Shops. Das Lesen unabhängiger Testberichte auf ktipp.ch oder test.de kann Zweifel ausräumen.

8. Bargeldtransfer oder SofortĂĽberweisungen als Zahlungsmittel

Schliesslich sind Zahlungen per Vorkasse über Bargeldtransfer-Dienste wie Western Union und Sofortüberweisungen mit Online-Banking zu unterlassen. Funktionieren nur diese Zahlungsmethoden, Finger weg von der Tastatur! Ansonsten kann es leicht passieren, dass das Geld in den unendlichen Weiten des Internets verschwindet und nie wieder gesehen wird. 

In diesem Fall rät Michael Meier von der Liechtensteinischen Landespolizei den geschädigten Personen, dass sie sich am Schalter der Landespolizei melden und Anzeige wegen Betrug erstatten. Das Kommissariat für Digitale Kriminalität wird dann versuchen die Täterschaft hinter der Internetadresse bzw. dem Online-Shop ausfindig zu machen. Meier empfiehlt zudem folgende Webadresse für mehr Sicherheit im Internet:  ibarry.ch

Bild: Getty Images

Fake-Shop-Betreiber ziehen ihren Opfern mit betrĂĽgerischen Mitteln das Geld aus der Tasche.