Gemeinsam Leben retten

Der plötzliche Herzstillstand ist in vielen Ländern eine der häufigsten Todesursachen. In den meisten Fällen ist der Auslöser eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung des Herzens, das sogenannte Kammerflimmern. Aus diesem Grund stellen das Liechtensteinische Rote Kreuz (LRK) und die Gemeinde Vaduz öffentliche Defibrillatoren zur Verfügung.

21. März 2023 | Redaktion
Gesellschaft

In vielen Fällen wird ein Herzstillstand nicht richtig erkannt und die Unsicherheiten in den zu ergreifenden Massnahmen sind sehr hoch. Werden keine Massnahmen eingeleitet, wird das Gehirn bereits nach wenigen Minuten dauerhaft geschädigt. Die Überlebenschance der Patienten sinkt pro Minute um sieben bis zehn Prozent.

In Liechtenstein überleben aktuell nur etwa zehn Prozent der Patienten einen plötzlichen Herzstillstand. Eine Reanimation durch Anwesende erhöht die Überlebenschance bei einem beobachteten Herzkreislaufstillstand um den Faktor zwei bis drei. Verschiedene Studien zeigen, dass bei einer qualitativ guten Herzdruckmassage und einer frühen Defibrillation innert drei bis fünf Minuten die Überlebenschance auf 49 bis 75 Prozent gesteigert werden kann.

Um die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit einem plötzlichen Herzstillstand in Liechtenstein sowie explizit auf dem Gemeindegebiet von Vaduz zu steigern, schliessen das Liechtensteinische Rote Kreuz und die Gemeinde Vaduz eine Kooperationspartnerschaft ab mit dem Ziel:

Gemeinsam, Leben retten. Gemeinsam, gegen den Herzstillstand. Gemeinsam, für jedes einzelne Leben.

Stayin’ Alive – Meine sichere Gemeinde

Das Liechtensteinische Rote Kreuz steht der Gemeinde Vaduz für die Anschaffung von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren mit seinem Fachwissen zur Verfügung. Öffentlich zugängliche Defibrillatoren bedeuten, dass der Automatisierte Externe Defibrillator (AED) während 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr für jede Person bei einem Notfall zugänglich ist.

Der AED analysiert den Herzrhythmus der Patient/innen und kann im Falle eines Kammerflimmerns durch die Abgabe eines Stromimpulses das Herz wieder in einen normalen Rhythmus bringen. Die Gemeinde Vaduz hat bereits an zehn Standorten öffentlich zugängliche AEDs über das Rote Kreuz erworben und installiert:

Standorte mit Zugänglichkeiten 24/7:

  • –  Rathaus Vaduz, Rathausgasse
  • –  Rheinpark Stadion, öffentliches WC (Platz 2)
  • –  Rheinpark Stadion, Trainingsplatz Nord
  • –  Primarschule Ebenholz, Parkgarage
  • –  Vaduzer-Saal, gedeckte Vorhalle (südseitig)
  • –  Forsthaus Bannholz, Hauptgebäude
  • –  Wuhrstrasse 7, Haupteingang
  • –  Kindergarten Schwefel, Zugang Neubau
  • –  Schaanerstrasse, Baustellencontainer, PAV-Areal
  • –  Wertstoffsammelstelle Vaduz-Triesen, Gewerbegebiet Neuguet

Standorte mit Zugänglichkeiten während Betriebszeiten:

  • –  Spoerry-Areal, Leiterraum
  • –  Werkbetrieb, Eingangsbereich
  • –  Gemeindepolizei, Einsatzfahrzeug
  • –  Bauverwaltung, Eingangsbereich

Zusätzlich zur Platzierung der AEDs werden die Kooperationspartner die Bevölkerung für Erste Hilfe Massnahmen bei Herzstillständen sensibilisieren und in der Durchführung der Reanimation sowie der Anwendung eines AEDs schulen. Die Schulungen werden durch das Liechtensteinische Rote Kreuz durchgeführt.

Zukünftig soll durch die Einführung einer «Lebensretter-App» das Erste-Hilfe-Netzwerk verstärkt und ausgebaut werden. Auch hier werden die Kooperationspartner zum Nutzen für Patient/innen mit einem Herzstillstand zusammenarbeiten.
Das Liechtensteinische Rote Kreuz sowie Bürgermeister Manfred Bischof sind überzeugt, mit dieser Partnerschaft eine wegweisende Kooperation im Sinne der Einwohner/innen geschlossen zu haben.

Info zum Automatisierter Externer Defibrillator (AED)

♥ Ein AED ist ein tragbares medizinisches Gerät, das auch von Menschen eingesetzt werden kann, die keine medizinische Ausbildung haben. Ein AED sollte bei allen Patienten eingesetzt werden, welche bewusstlos sind und eine abnormale oder fehlende Atmung haben.

♥ Alarmieren Sie in diesem Fall den Rettungsdienst über die Notrufnummer 144 und beginnen Sie mit der Herzdruckmassage: Positionieren Sie dafür ihre beiden Hände auf der Mitte des Brustkorbs auf der Höhe der Brustwarzen. Mit gestreckten Armen komprimieren Sie den Brustkorb des Patienten fünf bis sechs Zentimeter tief in einer Geschwindigkeit von 100 bis 120 pro Minute.

♥ Schicken Sie einen weiteren Helfer los, um einen AED zu holen. Sobald der AED zur Verfügung steht, schalten Sie ihn ein und folgen Sie den Anweisungen des Geräts. Der AED analysiert den Herzrhythmus und gibt an, ob ein Schock notwendig ist oder nicht. Das Gerät leitet den Helfer weiter durch die Reanimation, bis der Rettungsdienst eintrifft.

(LRK/rif)

Bürgermeister Manfred Bischof, Ulrike Charles, Leiterin Geschäftsstelle LRK und Andy Gamper, Leiter Kurswesen LRK bei der Präsentation des AED beim Vaduzer-Saal.

Bild: Paul Trummer

Der AED analysiert den Herzrhythmus und gibt an, ob ein Schock notwendig ist oder nicht.

Bild: Shutterstock