Gefährliche therapieresistente Notfallhilfe

von Marco Ospelt und Oskar Ospelt, Alt-Landesphysikus, Dröschistrasse 9, Triesen

10. Mai 2023 | Leserbrief
Leserbrief

Zum Leserbrief «Notarztdienst und Geburtenstation», Ausgabe vom 2. Mai

(Anmerkung der Redaktion: Der Leserbrief «Notarztdienst und Geburtenstation» von Peter Forstinger aus Vaduz im Liechtensteiner Vaterland vom 2. Mai 2023, kritisiert die aktuelle Auslagerungspolitik der Regierung, insbesondere die Pläne, den Medizinischen Notfalldienst ins benachbarte Ausland zu verlegen. (Info: https://liwelt.li/auslagerung-der-notfallmedizin-rettung-soll-in-zukunft-aus-dem-ausland-kommen/) Forstinger stellt folgende Fragen: „Wo bleiben der souveränitätspolitische Gedanke und die selbstbestimmte Unabhängigkeit in der aktuell geplanten Auslagerung des Notarztdienstes? Ist es uns wirklich nicht möglich, eine Notfallorganisation, welche qualitativ und personell den geforderten AnsprĂĽchen gerecht wird, selbst aufzubauen und professionell zu betreiben?“)

Der Leserbrief von Herrn Forstinger zeigt die Defizite von politischem und ärztlichem Wissen und Wollen in unserem Land korrekt auf.

Interessant ist der naive Versuch, unsere Bemühung, eine durch Qualität gesicherte Notfallhilfe wieder herzustellen, durch die unqualifizierte Bemerkung des zuständigen Ministers und der Spitaldirektorin, «die Kritik und Selbsterfahrung … sei nicht nachvollziehbar», abzuwürgen. Sie strafen dann zwar Ihre Worte Lügen mit dem Beschluss, den Notarztdienst ins Ausland zu vergeben. Welche Schande für das Spital und die Ärztekammer.

Nachvollziehbar ist die Bemerkung dieser zwei Personen allerdings schon. Sie beweist nämlich deren Ignoranz und deren Desinteresse, sich über medizinische Notsituationen und die Leiden und Ängste der Betroffenen einige Sekunden zu beschäftigen, beispielsweise durch Mitgefühl.

Der Politiker muss ĂĽber Medizin kaum etwas wissen, er sollte aber fachkundige Berater beiziehen. Eine sogenannte Spitaldirektorin kĂĽmmert sich wohl um Material und Geld, weiss von Medizin aber ebenfalls nichts und wird, wenn sie sich in medizinisches Wissen einmischt, zur Gefahr. Sie muss zum Schutz der Patienten ausgewechselt werden. Horribile.

 

 

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