Im Museum sind Frauen entweder nackt oder schon lange tot

Der Fachbereich Chancengleichheit des Amtes fĂĽr Soziale Dienste lud am Mittwoch zum Internationalen Tag der Frau in den SAL Saal am Lindaplatz Schaan ein. Thematisiert wurde die breitgestreute Diskriminierung von Frauen im Kulturbereich.

9. März 2023 | Rita Feger
Gesellschaft

Regierungsrat Manuel Frick begrüsste die Teilnehmenden zur Veranstaltung anlässlich des Internationalen Tags der Frau. Er führte in seiner Rede aus, dass es der Regierung wichtig sei, Gleichstellungsthemen die nötige Aufmerksamkeit zu geben. Manches sei bereits erreicht, aber es gebe immer noch Bereiche, in denen Gleichstellung noch nicht erreicht sei.

Impulsreferat „Geschlechterverhältnisse im Kulturbetrieb“ 

Diana Baumgarten präsentierte in ihrem Impulsreferat die Ergebnisse einer Studie, die von der Universität Basel im Auftrag der Kulturstiftung Pro Helvetia und dem Center for Social Research durchgeführt wurde. Sie zeigte die Differenzen in der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in den verschiedenen künstlerischen Sparten auf. 

Frauen sind im Kulturbereich klar untervertreten und erfahren weniger öffentliche Anerkennung als Männer. Interessante Erkenntnis der Studie ist auch, dass Mütter in der Kulturbranche eine besondere Art der Dirkriminierung erfahren. Sie werden mit Häuslichkeit in Verbindung gesetzt und weniger mit freigeistiger Kreativität. 

Gesprächsrunde mit Kulturschaffenden 

Anschliessend erzählten die Kulturschaffenden aus Liechtenstein von ihren Erfahrungen und Beobachtungen im Kulturbetrieb. Dabei gaben Regisseurin Katrin Hilbe und die Theaterschaffende Juliana Beck Einblicke in ihre künstlerischen Bereiche. Gemeinsam mit dem Illustrator Adam Vogt schilderten sie Erlebnisse, die sie nicht nur in Liechtenstein, sondern auch in anderen Ländern gemacht haben.

Während der wütend brüllende Regisseur beeindruckt und allgemein akzeptiert wird, gilt ein derartiges Verhalten bei Frauen als hysterisch, so die Erfahrung von Katrin Hilbe. Adam Vogt berichtete von einer Preisverleihung in Frankreich, bei der keine einzige Frau ausgezeichnet wurde, und Moderatorin und Tänzerin Samantha Fernandes Da Silva, kritisierte, dass in ihrer Branche von Frauen erwartet würde, dass sie enge, knappe Kleidung tragen. 

Künstlerische Umrahmung mit Apéro und DJane

Das Programm des Abends wurde von der Liechtensteiner Künstlerin Karin Ospelt umrahmt. Karin Ospelt ist eine vielfältige Künstlerin: Sängerin, Songwriterin und bildende Künstlerin im Feld zwischen Song, Text und Bild. Nach dem offiziellen Programm lud der Fachbereich Chancengleichheit zum Apéro riche ein, der vom Internationalen Frauencafé angeboten wurde. Zum Ausklang des Abends spielte DJane Erika Fatna auf.

(ots/rif)



Regierungsrat Manuel Frick hielt die Eröffnungsrede und eine Gebärdensprachdolmetscherin übersetzte.

Bild: Jasmin Boss

Gesprächsrunde mit Sozialwissenschaftlerin Diana Baumgarten und den Kulturschaffenden Katrin Hilbe, Adam Vogt und Juliana Beck. Das Gespräch moderierte Tänzerin Samantha Fernandes Da Silva.

Bild: Jasmin Boss