Fehlstart: Steigerung des FC Vaduz reicht nicht zum ersten Punktgewinn

Wil - In seinem zweiten Meisterschaftsspiel der Challenge League unterlag der FC Vaduz beim FC Wil mit 3:2 (1:0)-Toren. Der Ex-Vaduzer Staubli (32.), Bahloul (60.) und Gele (82.) trafen fĂĽr den Gastgeber. Cavegn (1.) hatte den FCV frĂĽh in Front geschossen, Gasser traf zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich (75.).

30. Juli 2023 | Ernst Hasler
Gesellschaft

In einem abwechslungsreichen Spiel hätte die Partie auf beide Seiten kippen können. Auffallend war indes die Fehleranfälligkeit in der FCV-Defensive, denn Torhüter Büchel musste mehrmals die Patzer seiner Vorderleute klären. Djokic traf die Querlatte (74.) auf der Gegenseite jagte Brahimi den Ball an den Pfosten (93.).

Die Partie hätte auch 6:6 enden können, doch zu guter Letzt muss sich der FCV über die vergebenen Torchancen ärgern und den Umstand nach zwei Partien ohne Punktgewinn dazustehen.

FrĂĽhes FCV-Tor

Schon der erste FCV-Angriff war von Erfolg gekrönt. Chabbi konnte solo von der linken Seite Richtung Tor stürmen, seinen missratenen Rückpass erreichte Cicek, dessen Schuss konnte Wils Abwehr ablenken, der Ball landete bei Cavegn, der keine Mühe hatte, den Ball aus nächster Nähe über die Linie zu drücken (0:1). Dieses Tor rüttelte den Gastgeber wach, der sofort die Initiative ergriff und ins Spiel zurückfinden wollte. Und nach starkem Anrennen gelang dem Gastgeber der Ausgleich.

Die FCV-Defensive brachte den Ball nicht entschlossen aus der Gefahrenzone; der aufgerückte Staubli traf mittels Flachschuss ins rechte Eck (1:1). Zuvor tauchte der Gastgeber mehrmals gefährlich vor Büchel auf. Der FCV-Keeper lenkte einen Bahloul-Flachschuss zur Ecke( 4.), Martic köpfelte zu hoch (5.), Lukembila köpfelte weit daneben (15.), ein Bahloul-Schuss lenkte ein FCV-Verteidiger zur Ecke (17.) und ein Staubli-Knaller brachte Büchel etwas in Not (28.).

In dieser Drangperiode besass der FCV mehrere Konterchancen, kam allerdings «nur» zweimal zum Abschluss: Cicek spedierte den Ball haarscharf neben den Kasten (6.). Nur eine Handbreite fehlte, als Cicek eine kapitale Chance zum 0:2 vorfand, den Ball jedoch am langen Eck in Behind setzte (28.). Der letzte Abschluss missriet Fosso indes krass (35.). Unter dem Strich ging das Remis zur Halbzeit in Ordnung. Allerdings zeigte sich, dass der FCV gute Freiräume oft nicht optimal nutzte.

Wil trifft in der stärksten FCV-Phase

Zur Halbzeit gab es personell keine Veränderungen. Und dem FCV wäre beinahe ein Blitzstart wie zu Beginn der Partie geglückt. Cavegn scheiterte solo an Torhüter Ammeter (47.); dass SR-Assistent Morf in der Folge ein Abseits anzeigte, dürfte ihn durchatmen lassen.

In der stärksten FCV-Phase fiel das der nächste Treffer auf der Gegenseite. Kräuchi attackierte Lukembila nicht, dessen Flanke erreicht Bahloul, der von Isik und Traber vergessen ging, den Ball stoppte und an Büchel vorbei ins Tor schob (2:1). Zuvor hatte Cueni den Ball knapp neben das Tor gejagt (49.). Cavegn ist von einem Wiler Verteidiger geblockt worden (57.) und innert weniger Sekunden sind auch Fosso und Kräuchi gestoppt worden (59.).

Der FCV hielt nach dem RĂĽckstand den Rhythmus hoch, musste aber dem Gastgeber Konter zugestehen. BĂĽchel hielt einen Muci-Freistoss (66.), stoppte den solo vorgestossenen Bahloul (69.) und nach Isik-Patzer solo auch noch Muci (72.).

Der FCV kam auch zu seinen Möglichkeiten: Golliard zielte zu hoch aus 22 m (71.) und Cavegn traf die falsche Entscheidung nachdem er Torhüter Ammeter ausgedribbelt hatte (73.). Wenig fehlte zum Ausgleich, als Djokic nur die Querlatte traf (74.). Der Ausgleich liess nicht lange auf sich warten, denn Gasser zog aus 28 m ab und jagte den Ball ins linke, obere Eck (2:2). Kurz darauf schoss Cavegn liegend Torhüter Ammeter an (80.) und im Gegenzug deckte Fehr den bulligen Gele ungenügend, der drehte sich und schoss aus 7 m ein (3:2). Auf diesen erneuten Rückstand konnte der FC Vaduz nicht mehr reagieren, stattdessen klatschte ein Schrägschuss von Brahimi an den rechten Pfosten (93.).

Der FC Vaduz war über weite Strecken zwar die bessere Elf, patzte letztlich zu oft, sodass der FC Wil als Sieger vom Platz geht. Die Steigerung auf Seiten der Gäste – gegenüber dem Sion-Spiel – war extrem, doch reichte sie nicht zu einem Punktgewinn, weil neben den Schwächen in der Defensive auch in der Offensive zu viele Hochkaräter liegen geblieben sind.

FCV-Sportchef Franz Burgmeier mit Familie. Bild: Ernst Hasler

Telegramm

FC Wil 1900 – FC Vaduz    3:2 (1:1)

Lidl-Arena (Bergholz), Wil: 1’681 Zuschauer. Schiedsrichter Anojen Kanagasingam (Sz); assistiert von Didier Dubrit und Nicolas Morf (Sz).

FC Wil 1900: Ammeter; Dickenmann, Martic, Altmann, Dantas Fernandes (ab 63. Brahimi); Muntwiler, Cueni; Staubli (ab 79. Maier), Bahloul (ab 88. Ndau), Lukembila (ab 63. Montolio); Muci (ab 79. Gele). 

FC Vaduz: Büchel; Kräuchi (ab 92. Destani), Isik, Traber, Fehr; Gajic (ab 68. Gasser), Fosso; Golliard, Cicek (ab 68. Hadzi), Cavegn; Chabbi (ab 54. Djokic).

Tore: 0:1 1. Fabrizio Cavegn; 1:1 32. Tim Staubli; 2:1 60. Sofian Bahloul; 2:2 75. CĂ©dric Gasser; 3:2 82. Jordan Gele.

Bemerkungen: Wil ohne Haile-Selassie, Laidani (verletzt), Strübi (krank), Jacovic, Abazi und Baralija (nicht im Aufgebot). Vaduz ohne Rahimi, Hasler, Emini, Ibrisimovic (verletzt), Wieser (krank), Grob und Xhemajli (nicht im Aufgebot). Wils Rekordtorschütze Silvio ist vor dem Spiel verabschiedet worden. Djokic trifft die Querlatte (74.). Verwarnungen für Bahloul (46.+ – Foul), Martic (50. – Halten), Traber (65. – Foul), Staubli (79. – Foul) und Ndau (94. – Halten). Eckenverhältnis: 12:2 (8:1).

FCV Trainer Martin Stocklasa im Interview mit Ernst Hasler. Video: Ernst Hasler

FCV vor dem Spiel in neuem Auswärtsdress.

Bild: Ernst Hasler