FCV vergeigt möglichen Sieg gegen Leader Thun

In seinem neunten Meisterschaftsspiel der Challenge League stand der FC Vaduz nahe vor dem Sieg gegen Leader Thun. Nach dem Führungstreffer von Dejan Djokic (48.) besass der FCV dank Caveng (59. / 63.) noch mehrere Möglichkeiten, das Skore auszubauen, stattdessen kassierte der FCV in der Schlussphase nach einem Eckball den 1:1-Ausgleich durch Koro Koné (88.).

1. Oktober 2023 | Ernst Hasler
Gesellschaft

Nach einer biederen ersten Halbzeit steigerte sich der FC Vaduz nach dem Seitenwechsel. Dank der Hereinnahme von Sandro Wieser war das Spiel in der Folge wesentlich zielstrebiger und besser angelegt. Unter dem Strich hat der FC Vaduz eine grosse Chance verpasst, einen biederen Leader in die Schranken zu weisen und den RĂĽckstand auf die Tabellenspitze zu verringern.

Magere Kost in Hälfte eins

Wenig Berauschendes zeigten die beiden Teams in den ersten 30 Minuten. Viel Leerlauf, viele leichtfertigen Ballverluste vor allem seitens des FC Vaduz im zentralen Mittelfeld (Emini, Gasser) luden die Gäste zu Kontern ein, doch Koné und Ndongo agierten ebenfalls umständlich und trafen stets die falschen Entscheide.

Lediglich bei einem Ndongo-Schlenzer musste Büchel eingreifen (11.). Und als Emini patzte, bereinigte Berisha die Situation (29.). Der FCV agierte sehr defensiv, wurde von den Thunern in ihrer Platzhälfte eingeschnürt. Grosso Modo neutralisierten sich die beiden Teams. Dennoch kam der FC Thun noch zu einer grossen Torchance: Einen von Ndongo hinter die Abwehr gespielten Querpass konnte Koné «nur» leicht berühren und neben das Tor ablenken (41.). Der FCV zeigte bescheidene Kost, in der Angriffszone fehlten die Präzision und das Überraschungsmoment. Das 0:0 zur Halbzeit war die logische Folge.

Aus Freistoss resultiert die FĂĽhrung

Zur Halbzeit kam Wieser für den enttäuschenden Gasser ins zentrale Mittelfeld und der FCV setzte nun im Spiel nach vorne mehr Akzente. Einen Golliard-Freistoss vom linken Halbfeld erlief sich Djokic, der volley unter die Querlatte traf (1:0). Und in der Folge blieb der FCV torgefährlicher. Ein Fehr-Volley landete weit neben dem Kasten (51.), doch in der Folge vereitelte Gästekeeper Matic zweimal einen weiteren FCV-Treffer: Cavegn setzte sich im Laufduell mit Bürki durch und sah seinen Schuss am nahen Eck von Matic abgewehrt (59.). Wenige Minuten später lief Cavegn solo Richtung Gästekeeper, scheiterte ein weiteres Mal (63.). In der Folge spielte der FCV die Konter sehr schwach: Vor allem Cavegn verlor etliche einfache Bälle.

Der FCV geriet in Nöte: Sutter köpfelte einen Freistoss vom linken Halbfeld haarscharf neben das Tor (68.) und einen Janjicic-Freistoss lenkte Torhüter Büchel zur Ecke (70.). Und schliesslich bettelte der FCV um den Ausgleich: Den achten Eckball der Gäste landete über Umwegen bei Sacko, der köpfelte quer auf Koné, der aus 5 Meter einköpfelte (1:1). Und der FCV versuchte, noch zu reagieren, doch bis auf einen Fehr-Schrägschuss, den die Thuner klärten, schaute nichts mehr heraus (90.). Ärgerlich aus Sicht des FC Vaduz, dass ein möglicher Sieg leichtfertig verspielt wurde.

 

Telegramm

FC Vaduz – FC Thun          1:1 (0:0)

Rheinpark Stadion, Vaduz.1’885 Zuschauer. Schiedsrichter David Huwiler (Sz); assistiert von Steven Forster und Linda Schmid (Sz).

FC Vaduz: Büchel; Kräuchi, Traber, Berisha, Fehr; Gasser (ab 46. Wieser); Djokic (ab 78. Hadzi), Golliard (ab 83. Fosso), Emini, Cicek (ab 76. Lüchinger); Cavegn (ab 83. Chabbi)

FC Thun: Matic; Dähler, Nicola Sutter, Bürki, Djacko (ab 62. Vasic); Janjicic, Roth (ab 81. Bertone); Matoshi (ab 73. Sessolo), Dos Santos (ab 81. Castroman); Koné, Ndongo (ab 62. Sacko).

Tore: 1:0 48. Dejan Djokic; 1:1 88. Koro Koné.

Bemerkungen: Vaduz ohne Gajic, Hasler, Rahimi, Ibrisimovic Stöber und Isik (verletzt). Thun ohne Ziswiler, Tebily, Bamert, Dushica, Asani (verletzt) und Berger (nicht im Aufgebot). Verwarnungen für Kräuchi (32. – Foul), Bürki (39. – Ellbogenschlag), Dos Santos (66. – Foul), Wieser (69. – Foul), Büchel (94. – Zeitspiel). Eckenverhältnis: 2:8 (0:3).

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Bild: Ernst Hasler