FC Vaduz holt sich ein verdientes Remis in Neuenburg

In seinem 16. Meisterschaftsspiel der Challenge League kam der FC Vaduz bei Neuchâtel Xamax nicht über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus. Letztlich war die Punkteteilung gerecht, denn Xamax hatte vor allem im ersten Abschnitt mehr vom Spiel. Nachdem Cavegn die 0:1-Führung erzielt hatte (58), hätten die Residenzler mehr aus diesem Vorteil machen müssen, doch Surdez sorgte noch für den 1:1-Gleichstand (61.).

2. Dezember 2023 | Ernst Hasler
Gesellschaft

Im Finish besass Cavegn die grösste Chance zum Siegestreffer (93.). Vor allem die hohe Fehlerquote muss die FCV-Verantwortlichen auf den Plan rufen. Unter dem Strich eine etwas durchzogene Leistung gegen ein starkes Xamax.

Gasser schied früh aus – wenig Höhepunkte

 Von Anbeginn ergriff Xamax die Initiative. Auf Seiten des FCV überraschte, dass nach dem Ausfall von Spielgestalter Gajic nicht der formstarke Wieser nachrückte. Nach einem harten Hajrovic-Foul musste Gasser vom Platz; Wieser ersetzte ihn. Und augenscheinlich wirkte der FL-Nationalspieler wie ein Fremdkörper, obwohl er sich jeweils zum ballbesitzenden Mitspieler hinbewegte, lief der Ball bis zur 25. Minute über andere Stationen. 

Winkler köpfelte daneben (5.), einen Rapp-Kopfball fischte Büchel aus dem Eck (13.) und beim Ablenker des Ex-Vaduzers Rapp zischte der Ball in Behind (19.). Als harmlos entpuppte sich der Saiz-Volley von der Strafraumgrenze, den Büchel sicher bändigte (23.). Danach verlor der Gastgeber die Dominanz; lediglich kurz vor dem Pausentee vergab Hammerich mit einem Volley aus 18 m die Führung, doch der Ball zischte um 30 cm über die Querlatte (45.). 

Und der FC Vaduz? Der spielte munter mit, allerdings war die Fehlerquote relativ hoch (Kräuchi, Berisha, Emini, Fehr). Nach einem gefährlichen Fehr-Eckball verfehlten alle Mann den Ball (6.) und auch eine Fehr-Flanke zischte gefährlich durch den Strafraum (21.). Emini nahm sich dann einmal ein Herz, doch sein Distanzschuss fiel zentral aus (44.). Bezeichnend für den offensiven FCV-Auftritt in Halbzeit eins war ein Golliard-Freistoss, der im Nachthimmel landete (50.+): Man fragt sich, wieso solche Freistösse knapp ausserhalb des Strafraums nicht indirekt ausgeführt werden und dann auch erfolgsversprechender ausfallen würden? 

Glänzend herausgespielter FCV-Führungstreffer

Zur Halbzeit gab es keine personellen Veränderungen. Nach einem Stöber-Fehlpass kam Surdez zu einer Grosschance, doch seinen Knaller aus 14 m bändigte Büchel in extremis (51.). Und schliesslich endlich auch der FCV zu einer Grosschance, doch Djokic köpfelte den Ball unbedrängt aus 8 m neben den Kasten (55.). Und nach dem besten FCV-Angriff über fünf Stationen spielte Golliard von links auf Cavegn, der nur noch aus 7 m einschieben musste (0:1). Doch die Führung währte nicht lange, denn Stöber konnte Hammerich nicht an einem Flankenball hindern; Surdz übernahm den Ball halbvolley und traf ins lange, rechte Eck (1:1). 

In der Folge war der Gastgeber wieder besser im Spiel. Surdez zog aus dem Hinterhalt ab, doch der Ball zischte neben den Kasten (65.) und einen Hautier-Schlenzer von der Strafraumgrenze krallte Büchel sicher (82.). Und der FCV kam in der Schlussphase, nachdem Surdez mit gelb-rot vom Platz geflogen war, noch zu zwei Torchancen. Ein Chabbi-Kopfball fiel harmlos aus (92.), doch Cavegn legte sich den Ball zurecht und schoss den Ball übers Tor (93.); das hätte der Siegestreffer sein müssen.

Anzumerken ist noch eine Szene aus der 64. Minute, als Golliard alleine auf das gegnerische Tor zustürmte, jedoch zu Fall gebracht wurde; die schwache Schiedsrichterin schaute hinweg und liess weiter spielen. 

Im FCV-Spiel zeigte sich einmal mehr, dass auf den Aussenbahnen zwar schnelle Spieler auflaufen, allerdings geht denen die Cleverness in den Dribblings ab. Sie berufen sich oft auf ihre Schnelligkeit, verlieren die Bälle jedoch auf einfach Weise, weil sie nicht trickreich agieren. Zudem fehlte wie schon oft die Präzision bei den Flankenbällen (Fehr). Auch die Entschlossenheit, einmal aus der zweiten Reihe abzuziehen, fehlte mehr oder weniger.

Telegramm

Xamax Neuchâtel – FC Vaduz    1:1 (0:0)

Stade De Maldière, Neuchâtel. 2’642 Zuschauer. Schiedsrichter Désirée Grundbacher (Sz); assistiert von Valerio Weber und Ilco Jancevski (Sz).  

Xamax Neuchâtel: Guivarch; Epitaux, Hajrovic (ab 73. Abedini), Winkler, Athekame; Fatkic; Ben Seghir (ab 80 Campos), Saiz, Hammerich (ab 67. Hautier); Rapp, Surdez.

FC Vaduz: Büchel; Kräuchi (ab 73. Fosso), Traber, Berisha, Stöber; Emini, Gasser (ab 9. Wieser); Djokic (ab 73. Chabbi), Golliard, Fehr (ab 65. Hadzi); Cavegn.

Tore: 0:1 58. Fabrizio Cavegn; 1:1 61. Franck Surdez.

Bemerkungen: Xamax ohne Mujcic, Roth, Del Toro, Balaruban, Nsakala, Alili, Amoabeng, Soro, Quattara und N’Diaye (verletzt); Vaduz ohne Gajic, Rahimi, Hasler, Foser, Isik, Cicek, Destani und Ibrisimovic (verletzt). Nach Fosso-Einwechslung rückte Wieser in die Innenverteidigung. Gelb-rote Karte für Surdez (90. – Halten). Verwarnungen für Hajrovic (6. – Foul), Wieser (11. – Foul), Surdez (14. – Ballwegschlagen), Emini (65. – Halten), Epitaux (79. – Foul) und Traber (94. – Foul). Eckenverhältnis: 8:1 (6:1).

FCV-Trainer Martin Stocklasa analysierte die intensive Partie gegen Xamax Neuchâtel. 

Analyse von Xamax-Trainer Uli Forte. Videos: Ernst Hasler

 

Alte Bekannte unter sich: Xamax-Stürmer Simone Rapp im Gespräch mit der FCV-Mitarbeiterin Carmen Alabor.

Bild: Ernst Hasler


 



Die beiden Teams von Xamax Neuchâtel und FC Vaduz betreten den Kunstrasen auf der Maladière in Neuenburg.

Bild: Ernst Hasler