Emirate kĂĽndigten 30-Milliarden-Fonds fĂĽr Klimaprojekte an

Dubai - Auf der Weltklimakonferenz in Dubai hat der Gastgeber, die Vereinigten Arabischen Emirate, einen neuen Investmentfonds im Volumen von 30 Milliarden US-Dollar (27,5 Milliarden Euro) angekündigt, um mehr Kapital in Klimaschutzprojekte zu lenken. Der Fokus liege auf Märkten in Entwicklungsländern. Zusammen mit privaten Geldgebern sollen bis 2030 insgesamt bis zu 250 Milliarden Dollar mobilisiert werden.

1. Dezember 2023 | News International
Welt

Schwerpunkte der geplanten Investitionen sind der Mitteilung zufolge die klimafreundliche Energiewende, der entsprechende Umbau industrieller Prozesse sowie neue Klimaschutz-Technologien. Aufsichtsratsvorsitzender des Fonds mit Namen Alterra wird der COP-Präsident Sultan Ahmed Al Jaber; er ist bereits Chef des staatlichen Öl- und Gas-Konzerns Adnoc. Nach welchen Kriterien die Projekte genau ausgewählt werden, blieb zunächst unklar.

Ein grosses Thema der zweiwöchigen Klimakonferenz ist, wie globale Finanzströme schnell umgelenkt werden können – also vor allem weg von Ă–l, Kohle und Gas und hin in erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warb fĂĽr einen entschlossenen Ausbau von Bepreisungssystemen fĂĽr Kohlendioxid geworben. „Wir alle wissen: Wenn wir die globale Erwärmung unter 1,5 Grad halten wollen, mĂĽssen wir die globalen Emissionen senken“, sagte sie am Freitag. Die CO2-Bepreisung sei dabei eines der mächtigsten Werkzeuge, um klimaschädliche Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig Innovation und Wachstum zu fördern. Starke Umweltverschmutzer mĂĽssten dann einen fairen Preis zahlen und die Einnahmen könnten in den Kampf gegen den Klimawandel reinvestiert werden.

Als Positiv-Beispiel fĂĽr die CO2-Bepreisung nannte von der Leyen das CO2-Bepreisungssystem in der Europäischen Union. In den 18 Jahren seit dem Start seien die von dem System abgedeckten Emissionen um fast 40 Prozent gesunken, während die Wirtschaft weiter gewachsen sei, sagte sie. „Wir haben mehr als 175 Milliarden Euro eingenommen und diese fliessen ausschliesslich in den Klimaschutz, in Innovationen und in Entwicklungsländer.“

Trotz seiner hohen Emissionen sprach sich Indien fĂĽr ehrgeizigen Klimaschutz aus. „Die ganze Welt schaut auf uns. Mutter Erde schaut auf uns, um ihre Zukunft zu sichern“, sagte Indiens Premierminister Narendra Modi am Freitag vor dem Plenum in Dubai. „Wir mĂĽssen erfolgreich sein.“ Die Verantwortung fĂĽr die Erderwärmung sieht Modi vor allem bei westlichen Industriestaaten. Die Krise sei von einem kleinen Teil der Menschheit verursacht worden, aber alle mĂĽssten darunter leiden – besonders die Menschen im globalen SĂĽden, wie Modi betonte. Tatsächlich spielt auch Indien selbst eine entscheidende Rolle.

Am Anfang hatte König Charles III. die Teilnehmer der Weltklimakonferenz zum raschen Handeln gegen den Klimawandel gemahnt. Die Hoffnung der Welt ruhe auf den Staats- und Regierungschefs, sagte der britische Monarch am Freitag in Dubai. Er hoffe, dass die COP28 ein „kritischer Wendepunkt hin zu echten Transformationsmassnahmen“ sein werde. „Die Erde gehört nicht uns, wir gehören der Erde“, sagte Charles.

(APA/dpa) 

 

Die Weltklimakonferenz COP28 findet derzeit in Dubai statt.

Bild: LUDOVIC MARIN