Direktwahl der Regierung

von Daniel Hilti, Gemeindevorsteher von Schaan

6. Februar 2024 | Leserbrief
Leserbrief

Im Wissen, dass ich einer von «da oben» bin, so definiert von DPL und der schreibenden Zunft, und im Wissen, dass ich umgehend eines auf den Grind bekomme, sobald meine Zeilen gelesen sind und in den sozialen Medien aufscheinen, wage ich es trotzdem. 

Apropos Grind.

Mir geht es nicht in den Grind, dass wir eine Direktwahl der Regierung einfĂĽhren sollen, die keine ist.

Mir geht es nicht in den Grind, dass wir Regierungsmitglieder direkt wählen, die dann doch vom Landtag und vom Fürstenhaus bestätigt werden müssen.

Mir geht es nicht in den Grind, dass es Koalitionen geben wird, die den vom Volk in mehreren Wahlgängen gewählten Regierungschef, gilt auch für eine Regierungschefin, nicht akzeptieren werden und wir dann nach der Wahl schon wieder neue Wahlzettel drucken müssen.

Mir geht es nicht in den Grind, dass uns ein Experte aufzeigt, dass wir uns auf ein Experiment einlassen sollen. Mit der Verfassung wird nicht experimentiert!

Mir geht es nicht in den Grind, dass die vorgeschlagene Scheindirektwahl der Regierungsmitglieder mit der Vorsteherwahl verglichen wird. Birnen und Äpfel kann man nicht vergleichen. Nur die Vorsteherwahl ist eine Direktwahl. 

Aber eines geht mir doch in den Grind: Wo Direktwahl draufsteht, muss auch Direktwahl drin sein. Davon ist die DPL-Initiative, die mehr Fragen aufwirft wie sie Antworten liefert, weit entfernt. Darum sagt mir mein Grind, dass wir das bewährte System belassen sollten.

Mit herzlichen Grüssen und einem überaus kräftigen allwäg kwösoo!

 

Schaaner Gemeindevorsteher Daniel Hilti

Bild: zvg

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