Auslagerung der Notfallmedizin: Rettung soll in Zukunft aus dem Ausland kommen

Weil Liechtenstein die Kosten einer eigenen qualitativ hochwertigen Notfall- und Rettungsmedizin f√ľr die Bev√∂lkerung scheut, wird beabsichtigt, ab Juli die Notarzteins√§tze an eine Rettungsorganisation im benachbarten Ausland zu √ľbertragen.

27. April 2023 | Redaktion
Gesellschaft

Das Ministerium f√ľr Gesellschaft und Kultur evaluiert seit einiger Zeit gemeinsam mit dem Landesspital, dem Liechtensteinischen Roten Kreuz (LRK), der √Ąrztekammer sowie weiteren im Bereich der Notfallorganisation betroffenen Stellen die Notfallorganisation im F√ľrstentum Liechtenstein. In diesem Zusammenhang wurde im Rahmen einer Pilotphase der √§rztliche Notfalldienst ab Februar 2022 im Landesspital angesiedelt.¬†

F√ľr Notfallkonsultationen ausserhalb der Sprechstundenzeiten der niedergelassenen √Ąrzteschaft ist das Landesspital rund um die Uhr zug√§nglich. Diese Verlagerung zum Landesspital hat sich bew√§hrt. Das Angebot einer offenen Hausarztpraxis an den Abenden und am Wochenende wurde hingegen aufgel√∂st.¬†

Handlungsbedarf beim Notarztdienst

Handlungsbedarf besteht derzeit vor allem in Bezug auf den Notarztdienst. In Liechtenstein sind Notarzteins√§tze derart organisiert, dass tags√ľber, von acht bis 20.00 Uhr, das Landesspital eine √Ąrztin oder einen Arzt bereitstellt.¬†

Der Einsatz erfolgt im Rendezvous-System mit dem Rettungsdienst des LRK. Das bedeutet, die Not√§rztin oder der Notarzt f√§hrt nicht mit dem Rettungsdienst mit, sondern trifft mit einem separaten Fahrzeug vor Ort beim Notfallpatienten ein. In der Nacht, zwischen 20.00 bis acht Uhr, √ľbernimmt ein Arzt oder eine √Ąrztin aus der niedergelassenen √Ąrzteschaft diese Eins√§tze.

Aktuelles System mit Schwächen 

Es hätte sich laut Mitteilung gezeigt, dass das bei den Notarzteinsätzen in den letzten Jahren praktizierte System nicht mit der Leistungsqualität im Rheintal vergleichbar ist und Schwächen aufweist. 

Um den Qualit√§tsstandard der benachbarten Region zu vertretbaren Kosten bei einem vergleichbar kleinen Volumen erreichen zu k√∂nnen, ist f√ľr Juli 2023 eine Auslagerung des Notarztdienstes (Tag und Nacht) an eine geeignete Rettungsorganisation im benachbarten Ausland beabsichtigt. Ob diese Auslagerung dauerhaft oder als Zwischenl√∂sung realisiert wird, sei noch zu pr√ľfen.

Politisch konsequent

Bei diesem Vorgehen verfolgt die Regierung konsequent die Linie „was finanziell nicht rentiert wird ausgelagert“. Weitere Beispiele sind die Suchtberatung und der Verzicht auf eine Geburtenstation beim geplanten Neubau des Landesspitals.

F√ľr diejenigen die Geld bringt, ist hingegen ausreichend Platz im kleinen Land Liechtenstein, was das √úberangebot an Casinos beweist. Lieber Spielh√∂llen als Neugeborene und √ľberhaupt, wer will schon medizinische Notf√§lle und Drogens√ľchtige?

(ots/rif)

 



Wird es k√ľnftig l√§nger dauern bis der Notarzt kommt?

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