Abstimmungskampf eGD

von Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell

18. Dezember 2023 | Leserbrief
Leserbrief

Letzten Mittwoch, 13.12.2023 um 11 Uhr fand die spannende eGD-Diskussion zwischen Befürworter (Regierung & Co.) und Gegner (Carmen Sprenger und Gabriele Haas) ohne Publikum statt. Kein Publikum, keine lästigen Fragen? Die Diskussion kann in voller Länge nachgehört bzw. nachgeschaut werden unter: www.regierung.li/lightbox/231576/0/2 

An dieser Stelle: herzlichen Dank fĂĽr die Initianten fĂĽr Ihr Engagement!

Das elektronische Gesundheitsdossier (eGD) wurde Anfang des Jahres für jede in Liechtenstein krankenversicherte Person automatisch, ohne Zustimmung der betroffenen Person („Opt-out“) eingeführt. Die Möglichkeit sich zwischen Opt-out und Opt-in (explizite Zustimmung) zu entscheiden ist nicht gegeben.   
Wo bleiben meine Selbstbestimmung, meine Grund- und Freiheitsrechte? Wie ist es möglich, dass meine hochsensiblen gesundheitlichen und GENETISCHEN Daten digital erfasst werden ohne meine Zustimmung?
Ja, ein Widerspruch ist möglich. Ob bei einem Widerspruch wirklich alle meine Daten/Ordner gelöscht werden, bin ich mir auch nicht so sicher. Schliesslich soll KI (künstliche Intelligenz) in der Verwaltung Einzug halten. Wie hoch ist das Risiko zum „gläserner Mensch“ zu werden? 

Für mich ist es viel wichtiger, dass mein Vertrauensarzt/Vertrauensärztin, über mich Bescheid weiss. Sie sind diejenigen die mir helfen! Sie sollen sich Zeit für mich nehmen und mir zuhören und nicht eGD–Daten einlesen – und ich sitze nur da und drehe Däumchen?

RR Manuel Frick meinte u.a.: Das eGD kann nur erfolgreich sein, wenn es flächendeckend zum Einsatz kommt …. ansonsten könnte das Projekt eGD „beerdigt“ werden. Sorry, aber Ich persönlich hätte nichts gegen diese „eGD-Beerdigung“!   

Meinerseits werde ich klar mit JA stimmen! 



Die Initantinnen Carmen Sprenger-Lampert und Gabriele Haas, Moderator Peter Beck, Leiterin des Amtes für Gesundheit, Eva Maria Mödlagl, Regierungsrat und Gesunheitsminister Manuel Frick und Leiter des Amts für Informatik, Martin Matt (v.l) nahmen an der TV-Debatte im Rathaus Vaduz teil.

Bild: Mario Marogg