Ab Mitte Mai werden im Zentrum Vaduz zwei Verkehrskonzepte getestet

Im Zuge der Ausarbeitung eines Gestaltungskonzeptes für die Äulestrasse in Vaduz wurden mehrere Varianten aufgezeigt. Die bevorzugte Variante "Flächiges Queren" soll nun in einem mehrphasigen Verkehrsversuch getestet werden.

21. April 2023 | Redaktion
Gesellschaft

Im Rahmen eines Betriebs- und Gestaltungskonzeptes wurde für die Äulestrasse in Vaduz ein Mobilitätskorridor definiert. Der Korridor soll primär der Abwicklung des Verkehrs dienen und weitere Nutzungen wie Aufenthalt und Gewerbenutzungen zulassen. 

Im Zuge der Ausarbeitung wurden mehrere Varianten für die mögliche Gestaltung aufgezeigt, um den vielfältigen Ansprüchen an den Strassenraum gerecht zu werden.

Die bevorzugte der geprĂĽften Varianten „Flächiges Queren“ soll nun in einem mehrphasigen Verkehrsversuch getestet werden. Darin wird ein Mobilitätsraum mit zwei Fahrspuren und einem mittigen Mehrzweckstreifen zwischen dem Adlerkreisel und Lindenkreisel vorgeschlagen. Der Mitteltrenner dient als Querungshilfe fĂĽr den Fussverkehr und ermöglicht Abbiegevorgänge. Durch Elemente im Mitteltrenner kann ein durchgehendes Befahren in Längsrichtung vermieden werden.

Verschiedene Testphasen angeordnet

Die Frage, ob die Verkehrslösung trotz des hohen Verkehrsaufkommens  funktioniert, soll anhand eines Verkehrsversuches in der Äulestrasse getestet werden. Eventuell notwendige flankierende Massnahmen könnten dadurch abgeleitet werden. Für den Verkehrsversuch werden verschiedene Testphasen angeordnet.

Neben dem Bestand (Phase 0) werden zwei Phasen getestet und die verkehrlichen Auswirkungen erhoben. Dadurch soll die Ausgestaltung „Flächiges Queren“, wie im Betriebs- und Gestaltungskonzept Ă„ulestrasse Vaduz ausgearbeitet, simuliert werden. Folgende Testphasen werden im Rahmen des Verkehrsversuchs untersucht:

Phase 0: Die Phase 0 bildet die bestehende Ă„ulestrasse ab, dient als Referenz und Vergleich zu den weiteren Testphasen.

Bild: IKR

Phase 1: Verzicht auf Busspur und Lichtsignale

In der ersten Phase wird auf die Busspur vom Lindenkreisel bis Postgebäude verzichtet. Es wird in diesem Bereich ein Mehrzweckstreifen mit Markierung als Versuchsanordnung markiert. 

Weiters wird zwischen der Postgass und dem Adlerkreisel ein Mehrzweckstreifen simuliert. Die Lichtsignalanlagen werden nicht betrieben. Die Fussgängerinnen und Fussgänger haben die Möglichkeit, bei den bestehenden Fussgängerstreifen oder den Mehrzweckstreifen die Fahrbahn zu überqueren. 

Zur Erleichterung des Querens und zur Erhöhung der Sicherheit, werden im Mehrzweckstreifen punktuelle Hindernisse und Elemente angebracht, damit diese nicht in allen Bereichen durch den motorisierten Individualverkehr befahrbar sind.

Einzelne Abbiegebeziehungen werden in der Phase 1 nicht möglich sein. Das Temporegime soll weiterhin 50 km/h betragen.

Bild: IKR

Phase 2: Zusätzlicher Verzicht auf Fussgängerstreifen

In der zweiten Phase wird ebenfalls auf die vorhandene Busspur vom Lindenkreisel bis Postgebäude verzichtet. Der Mehrzweckstreifen wird annähernd über den gesamten Abschnitt zwischen Lindenkreisel und Adlerkreisel simuliert.

Die Lichtsignalanlagen und die Fussgängerstreifen werden aufgehoben. Das Linksabbiegen von der Landstrasse und das Linkseinbiegen von den Zufahrten wird mehrheitlich durch Elemente im Mehrzweckstreifen verunmöglicht. Das Temporegime soll weiterhin 50 km/h betragen.

Bild: IKR

Bushaltestellen bleiben in Betrieb 

Während der Verkehrsversuche bedient der öffentliche Verkehr die Haltestellen Post und Städtle wie gewohnt. Der Radverkehr wird zusammen mit dem motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr im Mischverkehr geführt. 

Für die Fussgängerinnen und Fussgänger stehen weiterhin die Trottoirs beidseits der Äulestrasse zur Verfügung.

Die Verkehrsumleitungen werden mittels Signalisationstafeln sowie mit mobilen Abschrankungen, Leitkegeln und temporären Bodenmarkierungen erfolgen bzw. gekennzeichnet.

Versuchsdauer: Zweimal zwei Wochen

Die Versuche finden jeweils ĂĽber die Dauer von rund zwei Wochen statt, wobei auf Veranstaltungen in Vaduz RĂĽcksicht genommen wurde. Die erste Phase startet am 15. Mai und endet am 27. Mai. Nach der UmrĂĽstung wird der Versuch fĂĽr die Phase 2 vom 1. Juni bis 15. Juni stattfinden.

Die Verkehrsteilnehmenden werden vorgängig ab dem 21. April über die erste Phase des Verkehrsversuchs durch Hinweistafeln in der Äulestrasse informiert. Zusätzlich werden als Hinweis an die Bevölkerung, die einzelnen Phasen des Verkehrsversuchs in der Zeitung publiziert.

Im Rahmen der Versuchsanordnung wird ein Monitoring durchgeführt. Umfassende Erhebungen zu Verkehrsablauf, Verkehrsmenge und Geschwindigkeit finden während des Versuchs statt, um Aussagen zu den Änderungen machen zu können. Die Ergebnisse des Monitorings werden mit dem heutigen Verkehrsregime (Phase 0 = Nullmessung) verglichen und entsprechend ausgewertet.

(ots/rif)

 



Hauptstrasse durch das Städtle Vaduz.

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